Grundsolide Limousine zu Unrecht im Schatten

Von vielem etwas: Der Impreza der sechsten Generation ist eine sportlich-elegante Limousine, bei der auch Einflüsse eines kompakten SUVs deutlich werden. Insgesamt ist das Auto seiner Gesamt-Philosophie gestalterisch treu geblieben. Foto: Lothar Dönges

Boxermotoren und permanenter Allradantrieb: Dafür steht die Marke Subaru. Und dass es nicht immer ein SUV sein muss, macht die japanische Marke, die in Deutschland zu Unrecht ein wenig im Schatten steht, mit der sportlich-eleganten Schräghecklimousine Impreza deutlich, die nun in der sechsten Generation auf den Markt kommt – zeitgleich mit dem neuen Crossover Crosstrek, dessen Vorgänger in Deutschland als XV firmierte (siehe gesonderter Bericht). Äußerlich wenig verändert zeigen sich Verbesserungen am Impreza vor allem in Sachen Konnektivität und – bei Subaru „Eyesight“ genannt – Sicherheit auf der nächsten Stufe.

Mit einer Länge von 4,49 Metern rangiert der Impreza am oberen Ende der Kompaktklasse. Dank des 2,67 Meter messenden Radstands gibt es auf neu gestalteten Sitzen vorne und auch im Fond genug Platz für die Beine. Hinten stehen nun auch mehrere USB-Anschlüsse zur Verfügung. Das Kofferraumvolumen ist mit 315 bis 1297 Litern solider Durchschnitt. Eine große Heckklappe sorgt für müheloses Be- und Entladen.

Klassische Instrumente, große Schalter

Das 4,2 Zoll große Display hinter dem Lenkrad und der tabletartige 11,6 Zoll große Touchscreen erleichtern der Impreza-Fahrerin oder dem -Fahrer die „Arbeit“ hinter dem Steuer „auf einen Blick“. Dennoch gibt’s auch klassische Instrumente und Schalter. Foto: Lothar Dönges

Nimmt man auf dem Fahrersitz Platz, erweist sich die Instrumentierung als sehr übersichtlich. Klassische Instrumente und große Schalter sorgen für eine einwandfreie Bedienung. Hinter dem Lenkrad liefert ein 4,2 Zoll großes Display alle notwendigen Informationen. Als zentrales Bedienelement dient ein längs angeordneter Infotainment-Touchscreen im Format 11,6 Zoll statt der bisherigen zwei kleineren Bildschirme. Neben Infotainment und Navigation wird darüber via Apple-Car-Play oder Android Auto das Smartphone eingebunden und die Zwei-Zonen-Klimaanlage gesteuert. Durch die erstmals verwendete „what3words“-Kartierung reichen drei Wörter der Sprachsteuerung, um die Navigation selbst zu den entlegensten Orten zu starten und jeden beliebigen drei mal drei Meter großen Punkt zu entdecken.

Viel Sicherheit durch Eyesight

Für serienmäßige Sicherheit sorgen neun Airbags und das erweiterte Eyesight-System, das dank eines verdoppelten Erfassungsbereichs mit nun drei Objektiven neun neue oder verbesserte Funktionen umfasst. So werden zum Beispiel nun auch Fußgänger und Zweiräder links und rechts vom Fahrzeug erfasst. Ein Eyesight-Monitor zeigt Warnungen direkt auf der Windschutzscheibe. Eyesight umfasst unter anderem ein Notbremssystem mit Kollisionswarner, Spurhalte- und Spurleitassistenten, eine adaptive Abstands- und Temporegelung sowie eine multinationale Verkehrszeichenerkennung, die mit dem Tempobegrenzer korrespondiert und das Tempo automatisch anpasst.

Materialien sind gut verarbeitet

Auch die sechste Generation des Subaru Impreza zeigt sich als sportlich-elegante Schräghecklimousine. Das äußerlich nicht wesentlich veränderte Auto bewegt sich am oberen Ende der Kompaktklasse. Foto: Lothar Dönges

Die im Innenraum verwendeten Materialien mit viel Kunststoff sind gut verarbeitet, wirken nicht billig und passen zu dem Allradler. Unter der Motorhaube werkelt ein verbesserter 2,0-Liter-Boxermotor, der 136 PS (100 kW) leistet und von einem kleinen Elektromotor mit weiteren 16,7 PS (12,3 kW) unterstützt wird. Dieses Mildhybrid-System des e-Boxers soll für besseres Handling, Beschleunigung und Ansprechverhalten bei reduziertem Verbrauch und weniger Schadstoffausstoß sorgen. Der zusätzliche Elektromotor sorgt dafür, dass sich der Wagen schneller anfühlt, als es die 10,6 Sekunden auf Tempo 100 auf dem Papier verkünden. Das Zusammenspiel der Motoren sorgt für einen Verbrauch von nominell 7,3 Litern auf 100 Kilometern – in einem ersten Test waren es tatsächlich rund 8,5 Liter.

Bei der Kraftübertragung hält Subaru an dem stufenlosen Lineartronic-Automatikgetriebe fest. Im Stadtverkehr ermöglicht es ein müheloses Dahingleiten, bei der Beschleunigung jedoch macht sich ein gewisser Gummibandeffekt breit. Über Fahrmodus-Schalter lässt sich die Motorcharakteristik an persönliche Vorlieben anpassen. Zwischen den beiden Modi „I“ für Intelligent und „S“ für Sport hat der Fahrer die Wahl, wobei bei letzterem ein besseres Motorbremsmoment ein sportliches Kurvenfahren bei Anfahren und Anbremsen und eine bessere Beschleunigung beim Kurvenausgang ermöglicht.

Lenkung und Bremsen verbessert

Auch die jüngste Generation der Subaru-Schrägheck-Limousine Impreza besitzt die weit öffnende Heckklappe. Hinter ihr und der nicht allzu hohen Ladekante verbirgt sich ein Kofferraumvolumen von 315 bis 1297 Litern bei umgelegten Rücksitzen. Foto: Lothar Dönges

Der symmetrische Allradantrieb sorgt mit dem Active Torque Split für eine optimale Drehmomentverteilung zwischen den Vorder- und Hinterrädern. Höhere Fahrleistungen, ein komfortables und reaktionsschnelles Ansprechverhalten und ein stabiles Handling in Kurven sind die Folge. Hinzu kommt: Subaru hat die Lenkung des Impreza verbessert. Der anfängliche Lenkwiderstand wurde verringert. Das sorgt für ein direkteres Lenkgefühl. Ebenfalls verbessert zeigen sich die Bremsen, was gerade bei abschüssigen Strecken die Geschwindigkeit besser kontrollieren lässt.

Insgesamt ist der Subaru Impreza eine grundsolide Limousine, die dank des permanenten Allradantriebs ein besonders sicheres Fahrgefühl vermittelt, dank der Mild-Hybridisierung den Aspekt der Wirtschaftlichkeit nicht vernachlässigt und mit seinem „Eyesight“-Konzept einem erhöhten Sicherheitsstandard Rechnung trägt. Die Preise des nur in zwei Ausstattungspaketen – „Trend“ und „Platinum“ – lieferbaren Impreza starten bei 34 900 Euro. 37 490 Euro kostet die höhere Austattung.