Von Traumbuchten und Höllenwanderungen

Von Traumbuchten und Höllenwanderungen

Wer gleichermaßen Strandurlaub, wie auch Wandertouren liebt, für den lohnt sich ein Blick auf Sardinien. Die Insel hat von beidem reichlich zu bieten. Und oft lässt sich sogar beides kombinieren, indem man nach einer anstrengenden Wanderung durch das Hochgebirge ins kühle Nass des Meeres springen kann. Dabei bietet Sardinien den Vorteil, noch wneiger überlaufen zu sein, als die Touristenhochburgen in Spanien oder auf dem italienischen Festland. Vor allem aber zeichnet sich die Insel durch eine ungeahnte Vielfalt und einige wirklich mystische Orte aus.

Sardinien

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Wer den überfüllten Urlaubshotspots in Spanien und Italien entgehen möchte und ein weniger überlaufenes Reiseziel sucht, sollte sich einmal auf Sardinien umschauen. Die Schwesterinsel Korsikas bietet beides: Ruhige Buchten mit kristallklarem Wasser, aber auch herausfordernde Wanderungen.

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Einen Ausgangspunkt für eine Reise könnte das imposante Bergmassiv Supramonte an der mittleren Ostküste darstellen. Von dort aus lassen sich mehrere besonders sehenswürdige Fleckchen der Insel schnell erkunden.

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Das kleine Örtchen Baunei klebt regelrecht am Hang einer Felswand. Von hier aus genießt man einen atemberaubenden Ausblick auf die Talebene, die direkt auf die Küste vor Santa Maria Navarrese zuläuft.

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Von dort aus erreicht man etwa innerhalb einer Viertelstunde den Ausgangspunkt einer Wanderung, die zu einer der zauberhaftesten Buchten der gesamten Insel führt: Die Cala Goloritzè.

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Der Weg hinunter zur Cala Goloritze hat es allerdings in sich: Der Zustieg erfolgt über einen steilen Schotterpfad und man benötigt gute 45 Minuten bis zum Strand. Wanderschuhe sind übrigens von Vorteil.

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Wer den Abstieg geschafft hat, wird mit dem Inbegriff einer Traumbucht und azurblauem Wasser belohnt. Der Strand ist allerdings sehr steinig und von übermannshohen Felsen eingesäumt.

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Charakteristischstes Merkmal der Bucht ist die Aguglia di Goloritzè, eine prägnante, 140 Meter hohe Felsnadel, die imposant über der Bucht thront.

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Zu den anstrengendsten Wanderungen, die man auf Sardinien unternehmen kann, gehört die zur Schlucht Gola Gorroppu. Ausgangspunkt der Wanderung ist der Parkplatz vor dem ehemaligen Straßenwachthaus Cantoniera "Genna Silana".

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Von dort aus geht es über Geröllfelder und schmale Pfade über 1000 Höhenmeter hinab in die Schlucht, wo die eigentliche Wanderung erst beginnt. Der Pass ist mit 1017 Metern der höchste Punkt der Panoramastraße S.S. 125 von Dorgali nach Baunei.

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Auf dem Weg entlang der massiven Bergwand des Monte Su Nercone kommt man immer wieder an Felshöhlen und alten sardische Schäferhütten (barraccu) aus Holzscheiten und Korkrinden vorbei.

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In der Schlucht, die in den weißen Karst führt, versperren gigantische Felsbrocken den Weg, sodass man angehalten ist, über sie hinweg zu klettern.

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Das setzt mitunter eine gewisse Kraft und Geschick voraus. Einen angelegten Weg gibt es nicht. Außerdem ist ohne Kletterausrüstung auch nur das erste Drittel der Schlucht begehbar. Danach werden die Felsen zu groß, als dass man sie gefahrlos überklettern könnte.

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Bevor der Rückweg zum Ausgangspunkt angetreten wird, sollten die Füße noch einmal im Flumineddu-Bach abgekühlt werden. Hier gibt es übrigens auch eine unscheinbare Trinkwasserquelle, an der sich mitgebrachte Flaschen für den Aufstieg auffüllen lassen.

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Ein lohnenswertes Ziel ist auch die Stadt Castelsardo. In den Abendstunden erstrahlt die aus Lavasteinen erbaute Festung von Castelsardo in romantischem Licht.

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Einer der Höhepunkte bei einem Urlaub auf Sardinien sollte eine Wanderung durch das Valle de Luna zum Capo Testa bilden. Der Einstieg zu diesem Weg ist allerdings nicht ganz leicht zu finden. Hier helfen die Einheimischen aber weiter.

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Was zunächst wie eine einfaceh Wanderung wirkt, entpuppt sich am Ziel als einer der vielleicht magischsten Orte der Insel. Das Tal des Mondes ist nur durch enge Spalten in schroffen Felsformationen zu erreichen und breitet sich plötzlich wie ein mystischer Ort vor dem Besucher aus.

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Hier drängt sich unweigerlich das Gefühl auf, mit dem Durchqueren der Felswände in einem anderen Welt gelandet zu sein. Mitunter campieren in der Abgeschiedenheit dieses Fleckchens auch Touristen aus anderen Ländern, sodass man das Gefühl bekommt, in einer Kommune naturverbundener Menschen gelandet zu sein.

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Wer weiter über die Felsen klettert und die üppige Vegetation durchwandert, landet schließlich auf einem Plateau, von dem aus sich die Landschaft inklusive dem Leuchtturm von Capo Testa überblicken lässt.

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Neben den Wanderungen im Gebirge und den Tälern gibt es überall auf Sardinien aber freilich auch jede Menge weitere Wege, die oft an der Küste verlaufen und keinerlei Anforderungen an Kondition oder Trittsicherheit stellen. Dafür bescheren sie wunderschöne Blicke auf die Küste und das Meer.

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In vielen Fällen führen diese Touren zu abgelegenen Stränden und Buchten, die zum Baden einladen. Allerdings handelt es sich bei den Bekannteren Wegen keineswegs um Geheimtipps, sodass die Strandabschnitte durchaus schon einmal gut gefüllt sein können.

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