Feinschliff hat dem 3er gut getan

Feinschliff hat dem 3er gut getan

Es ist noch nicht allzu lange her, dass der japanische Automobilhersteller auf dem europäischen und damit auch auf dem deutschen Markt die Rolle des Nebendarstellers inne hatte. Diese Position gehört jedoch längst der Vergangenheit an. Das Flügellogo auf dem Kühlergrill ist längst anerkannt, zum Zeichen einer japanischen Edelmarke geworden.

Im Rückspiegel kann der Vorausfahrende den Mazda3 kaum vom größeren Mazda6 unterscheiden. Was er erkennt, ist jedoch ein sportlich gezeichnetes Auto mit markanter Front. (Foto: Jochen Dönges)

Und so sprechen auch die von Jahr zu Jahr steigenden Zulassungszahlen hierzulande eine deutliche Sprache. Insbesondere der Crossover CX-3 und das SUV CX-5 haben daran ihren Anteil. Aber auch die Baureihen der Limousinen – dabei insbesondere im Segment der Kompakt-Fahrzeuge der Mazda3, der hinter den beiden Geländegängern in der Mazda-Verkaufsstatistik für Deutschland den Rang drei belegt.

Im ersten Quartal 2017 erhielt die Baureihe einen Feinschliff, mit dem sie für Halbzeit zwei fit gemacht wurde. Die Technik (unter anderem City-Notbremsassistent von 30 auf 80 km/h erweitert), der Komfort und die Qualität wurden spürbar aufgewertet.

Mehr Handling, Dynamik, Stabilität und Komfort

 

Gezielte Design-Änderungen an Front und Heck kombiniert der Japaner mit erweiterten Assistenzsystemen und neuen Komfortfeatures wie einer Lenkradheizung und einem optimierten Head-up-Display mit Verkehrszeichenerkennung. Hinzu kommt G-Vectoring Control für mehr Handling-Präzision, Fahrdynamik, Stabilität und Fahrkomfort.

Außen veränderte sich beim aktuellen Mazda3 besonders die Front. Der dreidimensionale Kühlergrill ist stärker konturiert, die Scheinwerfer sind markanter geworden.

Der Mazda3 ist als viertürige Limousine und fünftüriges Schrägheckmodell erhältlich. In Deutschland entscheiden sich über 90 Prozent der Käufer für die Schrägheckvariante des in der dritten Generation gebauten Bestsellers. Bei den Ausstattungslinien hat der Kunde die Wahl zwischen „Prime-Line“ (ab 17 990 Euro), „Center-Line“ (ab 21 090 Euro), der neu eingeführten „Exclusive-Line“ (ab 22 990 Euro) und der „Sports-Line“, die ab 24 390 Euro die teuerste Variante ist und uns im Fahrtest mit dem von Mazda selbst entwickelten kleinen Skyactiv-Diesel mit 1,5 Litern Hubraum und 105 PS zur Verfügung stand.

Front ist gegenüber den Vorgängern markanter

 

Die Heckpartie des Mazda3 wirkt bullig. Auch sie zeichnet sich durch einen coupéhaften Abschluss aus. Unter der Heckklappe verbirgt sich ein stattlicher Kofferraum, der bei Bedarf von 364 auf 1360 Liter Volumen erweitert werden kann. (Foto: Jochen Dönges)

Geblieben sind auch beim neuen 3er die weit nach hinten versetzte Fahrerkabine und das Kodo-Familiengesicht. Das wirkt mit dem dreidimensionalen, stärker konturierten Kühlergrill und den schmaleren, blendfreien und größere Flächen ausleuchtenden Scheinwerfern gegenüber den Vorgängermodellen markanter. Die Voll-LED-Scheinwerfer verleihen der Frontpartie einen technologischen Anstrich. Die automatisch anklappbaren Außenspiegel enthalten LED-Blinker, die von vorn besser sichtbar sind.

Das Heck des Mazda3 steht mit dem neuen Stoßfänger satt auf der Straße. In der Sonderlackierung Rubinrot Metallic werden mit reflektierenden Aluminiumflocken besondere optische Effekte erzielt.

Das Interieur-Konzept kombiniert Geräumigkeit und Komfort. Im Innenraum werden hochwertigere Materialien verwendet. Das betrifft die Einfassungen der Türgriffe, die Schalterflächen in den Türen sowie die insgesamt weichere Anmutung der verwendeten Materialien.

Im auf den Fahrer zugeschnittenen Cockpit liegt das Lenkrad – optional beheizbar – griffiger in der Hand. Mit der Einführung der elektrischen Parkbremse fällt der klassische Handbremshebel weg. Das ist zwar nicht nach jedermanns Geschmack, aber aktuell und schafft Platz und Gestaltungsfreiheit für die Mittelkonsole und zahlreiche Ablagen. In der getesteten höchsten Ausstattung Sports-Line ist das Head-up-Display serienmäßig enthalten. Es zeigt nun auch die Informationen der neuen Verkehrszeichenerkennung farbig im direkten Blickfeld des Fahrers an. An Bord ist auch das „MZD Connect System“ inklusive Sieben-Zoll-Farb-Touchdisplay und Multi Commander, was den mobilen Zugriff auf zahlreiche Internet- und Social-Media-Funktionen ermöglicht.

Dieselgeräusche und Vibrationen unterdrückt

 

Für den Antrieb stehen zwei Dieselmotorisierungen zur Wahl: der größere Motor mit 150 PS und das kleinere Skyactiv-D 105-Aggregat mit 1,5 Litern Hubraum und 105 PS, das auch im Mazda2 und CX-3 verbaut wird. Durch die neue Verbrennungssteuerung werden die typischen Dieselgeräusche und -vibrationen erfolgreich unterdrückt, während die ebenfalls neue Gaspedalsteuerung das Ansprechverhalten auf Gasbefehle verbessert. In Verbindung mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe bleibt der kleine, mit Start-/Stopp-System ausgestattete, Selbstzünder nach aktueller

Trotz seines flotten Äußeren bleibt der Mazda3 innen praktisch. Vieles ist über einen Dreh-Drück-Steller regelbar, die Getränkehalter nehmen auch 0,75-Liter-Flaschen auf, die gut verarbeiteten Materialien sind hochwertig. (Foto: Jochen Dönges)

Messmethode bei 3,8 Litern Verbrauch und 99 g/km CO2-Emissionen. Wir waren bei durchweg flotter Fahrt, die trotz der abgespeckten Leistung problemlos möglich ist, mit 1,5 Litern Mehrverbrauch unterwegs, damit aber nicht unzufrieden. In elf Sekunden ist die 100 km/h-Marke erreicht, der Vortrieb endet knapp unter 190 km/h. Wenn es um die Fahrleistungen geht, kehrt der D 105 die positiven Dieselattribute hervor: Das Ansprechverhalten, die Beschleunigung und die Durchzugskraft überzeugen.

Bewegungs-Philosophie hinter dem Lenkrad

 

Viel getan hat sich im Mazda3 am „Arbeitsplatz“ des Fahrers. In Bezug auf die Entwicklung neuer Sitze ist von „einer auf den Fahrer entwickelten Bewegungs-Philosophie“ die Rede. Das Cockpit mit dem griffigeren, neuen Lenkrad ist auf den Fahrer zugeschnitten.

Der Feinschliff hat dem Mazda3 gut getan, lässt dabei aber die Besitzer der Vorgänger-Generation nicht mit einem vermeintlich veralteten Design „im Regen stehen“. Grundsätzlich geht der Mazda3 in der Kompaktklasse designmäßig relativ deutlich seinen eigenen Weg. Er wirkt nicht nur, sondern ist sportlich und kommt der großen Mazda6-Limousine insbesondere in der Front sehr nahe. Im Fond des 3er ist der Platz naturgemäß beengter, aber ausreichend für zwei Mitfahrer auch auf langen Strecken und für drei auf kürzeren Distanzen. Die Passagiere finden dabei einen klassenüblichen Kofferraum vor.

Weltweit ist der Mazda3 mit 460 000 Einheiten/Jahr das meistverkaufte Modell des Herstellers vor dem SUV CX-5 mit 370 000 Einheiten. Seit der Einführung der ersten Mazda3-Generation im Jahr 2003 lief das Auto über fünf Millionen Mal vom Band. Das kommt nicht von ungefähr. (ld)

 

Fakten und Technik
Mazda3 Skyaktiv-D 105 (Schrägheck)
Maße: 4,47 m/1,80 m/1,47 m (Länge/Breite/Höhe)
Radstand: 2,70 m
Motor: Vierzylinder-Diesel, 1499 ccm
Leistung: 105 PS bei 4500 U/min
Max. Drehmoment: 420 Nm bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 11,0 Sek.
Durchschnittsverbrauch: 3,8 l (Werksangabe)
Testverbrauch: 5,3 l
CO2-Emissionen: 99 g/km (Euro 6)
Leergewicht/Zuladung: 1335 kg/610 kg
Kofferraumvolumen: 364 bis 1263 Liter
Max. Anhängelast: 1300 kg
Preis: ab 23 490 Euro

 

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