“Smarte Alternative” für neue Geschäftsmodelle

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Der mit 4,96 Metern kürzere Toyota Proace Electric hat ein Fassungsvermögen von 5,3 Kubikmetern. Das größere Modell mit 5,31 Metern Länge (unser Foto) schluckt sogar 6,1 Kubikmeter. Beide Versionen dürfen zudem eine weitere Tonne an den Haken nehmen. Foto: Harald Dawo

Der Transporter Proace Electric und der Kleinbus Proace Verso Electric erweitern die Toyota-Produktpalette um eine umweltgerechte Dimension. Während der Proace Electric bis zu 1,2 Tonnen Nutzlast befördern kann, bietet die Kombivariante Proace Verso Electric Sitzplätze für bis zu neun Personen.

Die Vorderansicht des Proace Verso Electric ist „typisch Toyota“. Die flach abfallende Fronthaube ermöglicht dem Fahrer einen guten Blick, was sich auch beim Einparken positiv bemerkbar macht. Foto: Dönges

Wir fuhren beide Modelle rund um Köln. Unser Fazit: Mit ihren elektrischen Fahrleistungen setzen sie Maßstäbe und überzeugen mit Nutzwerten, die das Niveau ihrer konventionell angetriebenen Wettbewerber aus der gleichen Gewichtsklasse erreichen.

Mit dem Start der beiden neuen Modelle unterstreicht Toyota seine Strategie und bietet verschiedene Elektrifizierungs-Technologien für unterschiedliche Mobilitätsansprüche an. Dank der Reichweite von bis zu 330 Kilometern kommen Proace Electric- und Proace Verso Electric-Fahrer in der Regel mehrere Tage mit einer Akkuladung aus. Speziell gewerbliche Kunden profitieren auf diese Weise von minimalen Standzeiten des Fahrzeugs. Dabei haben gewerbliche und private Nutzer freie Einfahrt in eventuelle Niedrig- oder Null-Emissions-Zonen in Städten.

Praxistaugliche Alternative zu konventionellen Motoren

Auch wenn der Anteil batterieelektrischer Antriebe bei neu zugelassenen leichten Nutzfahrzeugen in Europa aktuell nur rund ein Prozent erreicht: Seit geraumer Zeit verzeichnet diese lokal emissionsfreie Antriebstechnologie ein starkes Wachstum. Zahlreiche Faktoren beflügeln die Nachfrage nach praxistauglichen Alternativen zu konventionell motorisierten Transportern. So deutet sich europaweit die Einführung von Niedrig- und Null-Emissions-Zonen in Innenstädten an. Sie sollen im urbanen Umfeld den Ausstoß von Schadstoffen vermeiden und die Luftqualität verbessern. Zeitgleich erzeugt der boomende Online-Handel immer mehr täglichen Lieferverkehr.

Größeres Modellangebot steigert Kundeninteresse

Die beiden seitlichen Schiebetüren ermöglichen beim Proace Verso Electric den hinteren Passagieren den bequemen Ein- und Ausstieg. Auf den verschiebbaren Sitzen ist viel Platz auch für groß gewachsene Passagiere. Foto: Dönges

Verbraucher suchen aktiv nach umweltgerechteren Verkehrsmitteln, und immer mehr große Unternehmen setzen bei ihren Flottenausschreibungen elektrifizierte Fahrzeuge voraus. Auch das stetig steigende Modellangebot und die Sichtbarkeit von Elektrofahrzeugen auf den Straßen steigert das Interesse der Kunden.

Toyota nimmt diese Entwicklung jetzt auf und zählt mit dem neuen Proace Electric und dem Proace Verso Electric zu den Vorreitern in dieser Klasse. Sowohl die Leistungsdaten als auch die Performance und die kurzen Ladezeiten gelten innerhalb des Transportsegments als gut. Wichtig dabei: Diese Vorzüge erreichen beide Modelle mit der selben hohen Qualität wie ihre Diesel-getriebenen Pendants und sogar mit den selben praktischen Nutzlast- beziehungsweise Passagierkapazitäten.

Große Reichweite bis 330 Kilometer

Verbreitete Bedenken von Nutzfahrzeug-Kunden entkräftet Toyota in der neu entwickelten Modellreihe durch großzügige Reichweiten von bis zu 330 Kilometern, Ladezeiten von unter einer Stunde im Schnelllademodus und geringe Betriebskosten. Auf die zuverlässige Traktionsbatterie gewährt der Autohersteller eine Garantie von acht Jahren oder 160 000 Kilometern. Damit bietet sich die rein elektrische Transporter-Familie als „smarte Alternative“ an und bildet die Grundlage für neue, kosteneffiziente Geschäftsmodelle mit hohen Umweltvorteilen bei gleich hoher Servicequalität. Durch die Möglichkeit, auch Niedrig- und Null-Emissions-Zonen zu befahren, ergeben sich zudem potenzielle Wettbewerbsvorteile im Lieferverkehr.

Der Toyota Proace Verso Electric bietet bis zu neun Personen Platz und je nach Batteriegröße Reichweiten von 230 bis 330 Kilometer. Für den Japaner gibt es vielfältige Ladeoptionen und auf die Batterie eine achtjährige Garantie bis 160 000 Kilometer. Foto: Dönges

Bereits Ende 2020 hat der Proace Electric sein Europadebüt in Norwegen, den Niederlanden und der Schweiz gefeiert. Jetzt ist er auch in Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden und Großbritannien erhältlich. In Deutschland und einigen weiteren Märkten rollt zugleich der elektrische Personentransporter Proace Verso Electric erstmals zu den Kunden.

Der Antriebsstrang des Proace Electric und Proace Verso Electric bietet drei Fahrprogramme an: Eco, Normal und Power. Sie lassen sich über einen auf der Mittelkonsole platzierten Schalter auswählen. Im Power-Modus mobilisieren beide Batteriegrößen (50 kWh und 75 kWh) eine Spitzenleistung von 100 kW/136 PS. Aus dem Stand heraus steht ein maximales Drehmoment von 260 Newtonmeter (Nm) zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 130 km/h begrenzt, für den Spurt von 0 auf 100 km/h vergehen 13,1 Sekunden. Der Eco-Modus begrenzt die Leistungsabgabe auf 60 kW/82 PS und 190 Nm Drehmoment. Im Normal-Modus liefert das elektrische System 80 kW/109 PS bei 210 Nm Drehmoment.

Einfache und schnelle Auflademöglichkeiten

Gewerbliche Kunden, die ihr Fahrzeug maximal nutzen und wenig Stillstände in Kauf nehmen möchten, legen besonders viel Wert auf einfache und vor allem schnelle Ladevorgänge. Toyota hat den Proace Electric und den Proace Verso Electric deshalb mit vielfältigen Ladeoptionen ausgestattet, die den unterschiedlichsten Anforderungen entsprechen.

„Pkw-Feeling“ herrscht auf den beiden Einzelsitzen hinter dem Cockpit des durchweg komfortabel ausgestatteten Proace Verso. Der „Arbeitsplatz“ stellt den Fahrer oder die Fahrerin vor keine Probleme. Foto: Dönges

Alle Modelle besitzen ein integriertes Einphasen-Ladegerät mit 7,4 kW und ein sechs Meter langes Kabel mit Typ-2-Anschluss für das Aufladen an Haushalts-Steckdosen. Optional kommt ein sieben Meter langes Typ-2-Kabel für die Verbindung zu Wallboxen mit 32 Ampere Absicherung hinzu. Wahlweise können Kunden einen schnelleren Onboard-Charger mit 11 kW starkem Dreiphasen-Ladegerät ordern. Der CCS-Ladeanschluss im linken vorderen Kotflügel der Proace Electric-Modelle erlaubt das Schnellladen mit Gleichstrom (DC) an entsprechend ausgerüsteten Ladepunkten.

Je nach Art des Stromanschlusses und den Voraussetzungen in unterschiedlichen Märkten können die Ladezeiten variieren. Auf jeden Fall gilt: Schnellladesäulen mit 100 kW Gleichstrom (AC) füllen die 50-kWh-Batterie in nur 32 Minuten wieder zu 80 Prozent auf. Die größere 75-kWh-Variante benötigt für 80 Prozent Ladung entsprechend 48 Minuten.

Der Proace Electric ist ab 35 250 Euro plus Mehrwertsteuer zu haben, den Proace Verso Electric gibt’s ab 58 530 Euro inklusive Mehrwertsteuer.