ID.3 schreibt neues Kapitel der Mobilität

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Im September sollen die ersten ID.3 ausgeliefert werden. Foto: VW

Mit dem ID.3 schlägt Volkswagen ein neues Kapitel in der Geschichte der Mobilität auf – sie wird elektrisch und nachhaltig. Schon das Design macht den Charakter des Kompaktmodells deutlich. Es ist fließend-weich und konzentriert-straff zugleich, die Scheinwerfer wirken wie Augen. Der niedrige cW-Wert von 0,27 trägt stark zur Reichweite bei. Außerdem bietet der ID.3 trotz seiner Kompaktheit jede Menge Platz. „Innen soviel Raum wie ein Passat Variant, Außenabmessungen wie ein Golf und Kopffreiheit wie im Tiguan“, so beschrieb ein VW-Sprecher den ID.3 bei der Fahr- Präsentation in Wolfsburg.

Im September sollen die ersten Exemplare des neuen VW ID.3 ausgeliefert werden. Alle als genannte „1st EditionMax“ mit fester Konfiguration in drei Ausstattungsstufen. Später sollen sieben Versionen angeboten werden. Darunter dann auch das Head-up-Display mit „Augmented Reality“. Dann wird auch App Connect nachgerüstet. Diese ist Vorausssetzung, um Apple CarPlay und Android Auto nutzen zu können.

Der Elektromotor leistet 150 kW (204 PS) und wiegt nur 90 Kilogramm. Foto: VW

Beim Einstieg fällt auf: Einen Start-Knopf gibt es zwar, aber er muss nicht mehr gedrückt werden. Mit dem Fuß auf dem Bremspedal wird der Fahrstufenschalter hinter dem Lenkrad auf „D“ gestellt, und die Fahrt kann losgehen.

Satte 150 kW (204 PS) leistet der Elektromotor maximal (Stromverbrauch kombiniert: 14,5 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km). Die Maschine hat in etwa die Größe einer Sporttasche und sitzt über der Hinterachse. Auf kurzem Weg treibt sie auch die hinteren Räder an. Mit Heckantrieb war einst der Käfer sehr erfolgreich. Fahrdynamisch stehen sofort 310 Newtonmeter (Nm) Drehmoment bereit, was natürlich in der Natur eines Elektromotors liegt.

„Leicht und leise sollte er daher kommen“, so die VW-Entwickler. Nur 90 Kilogramm wiegt die Elektromaschine in dem insgesamt 1,8 Tonnen schweren ID.3. Leise kommt er wirklich daher, aber keineswegs auf vollständig leisen Sohlen. Erstmals schafft ein Elektroauto eine Soundkulisse, die nicht nur nach Elektro klingt, sondern Begehrlichkeiten für die Ohren weckt. Dies wird jedenfalls auf den ersten Teststrecken auf Autobahn, Bundes- und Landstraßen zwischen Hannover und Wolfsburg deutlich. Dennoch: Auch beim Beschleunigen klingt der Elektromotor des ID.3 flüsterleise, und Fahrtwind sowie die Abrollgeräusche der Reifen sind kaum hörbar. Hier haben die Techniker ganze Arbeit geleistet und genau hingehört.

Der elektrische ID.3 besitzt ein reduziertes Cockpit. Foto: VW

58 kWh Netto-Speicherkapazität bietet die Lithium-Ionen-Batterie im VW ID.3 (später folgen die Pro-Modelle mit 77 kWh und ein kleinerer Akku mit 45 kWh). 420 Kilometer Reichweite verspricht VW damit.

Im Innenraum ist die digitalisierte Bedienung bereits aus dem VW Golf 8 und dem neuen Seat Leon bekannt. Auch der ID.3 verzichtet auf Knöpfe und lädt in die Menütiefen eines zehn Zoll großen Touchscreen-Monitors ein. „Wir haben uns unter dem Motto `Was muss ich als Fahrer wissen?´ für ein reduziertes Cockpit mit einer intuitiven Bedienung entschieden“, hieß es dazu. Umfangreich ist allerdings die Liste der Assistenzsysteme.

Hinter dem Lenkrad blickt man auf ein 5,3 Zoll großes Display für die fahr-relevanten Daten. Das Modul ist direkt auf der Lenksäule montiert und somit in jeder Einstellung optimal ablesbar. Auch die Sitzposition vorne gefällt. Der ID.3 bietet bequeme ErgoActive-Sitze. Im Fond steckt unter den Sitzen das große Batteriepaket im Boden. Daher ist für groß gewachsene Passagiere die Bein- und Kopffreiheit nicht optimal.

Das Fahrwerk zeigt sich straff, ist aber trotz großer 20-Zoll-Felgen niemals unkomfortabel. Adaptive Dämpfer sind für den ID.3 erst später lieferbar. Erst einmal steht eine zweistufige Federungscharakteristik mit den Stufen Normal und Sport zur Verfügung.

Das Fahrwerk ist zwar straff, aber nicht unkomfortabel. Foto: VW

Über das Bremspedal wird zuerst die Energierekuperation des Antriebs angesteuert, bevor die Scheiben vorne zupacken. Hinten genügen dem ID.3 nach Meinung seiner Entwickler, Trommelbremsen. Über den Fahrmodusschalter kann man außerdem in den B-Modus wechseln, in dem der ID.3 stets spürbar rekuperiert.

Der Einstiegspreis für den ID.3 mit der 58-kWh-Batterie liegt bei 35.574 (bei 16 Prozent Mehrwertsteuer). In der Ausstattung Life soll er 37.787 Euro kosten. Die demnächst als erste ausgelieferte Version „1st Max“ ist für 49.995 Euro zu haben. Dann ist aber auch „fast alles“ an Bord, von Matrix-LED-Scheinwerfern über das Assistenzpaket Travel Assist bis hin zur Wärmepumpe. Nächstes Jahr soll das Basismodell mit kleinerem Akku folgen, womit der Einstiegspreis unter die Marke von 30.000 Euro fällt.

Fakten und Technik
VW ID.3 „1stMax“
Maße: 4,26 m/1,81 m/1,57 m (Länge/Breite/Höhe)
Motor: permanente Synchronmaschine
Leistung: 150 kW (204 PS)
Drehmoment: 310 Nm
Antrieb: Ein-Gang-Reduktionsgetriebe, Heckantrieb
Verbrauch (kombiniert): 14,5 kWh/100 km
CO2: keine Emissionen
Beschleunigung: von 0 auf 100 km/h 7,3 Sek.
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Preis: 49.995 €