Optische Hingucker mit technischen Raffinessen

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Die Limousine Giulia und das SUV Stelvio sind die beiden Top-Modelle der Fiat-Tochter Alfa Romeo. Erste Fahrtests bewiesen: Sie bieten großartige Fahrerlebnisse im schönsten italienischen Gewand. Foto: Dönges

Das neue Modelljahr der Baureihen Alfa Romeo Giulia und Alfa Romeo Stelvio ist komplett. Die jeweiligen Topversionen Quadrifoglio, mit 510 PS starkem V6-Bi-Turbo-Benziner leistungsmäßig auf Supersportwagen-Niveau, runden das Angebot nach oben ab. Insgesamt setzen beide Baureihen jetzt noch stärkere Akzente bei innovativen technischen Lösungen, einem als durchaus einzigartig zu bewertendem Fahrerlebnis und unverwechselbarem italienischen Design.

Die Qualität des Interieurs und die Technologie an Bord erreichen gegenüber den Vorgängermodellen ein noch höheres Niveau. Dafür sorgen die neuen elektronischen Fahrerassistenzsysteme, die Fähigkeit zum autonomen Fahren auf Level 2 (entlässt den Fahrer nicht aus der Verantwortung, unterstützt ihn aber umfangreich) und das modernisierte Infotainment-System für vernetzte Serviceangebote (Alfa Connected Services).

Die Limousine Giulia ist untrennbar mit Alfa Romeo verbunden. Sie ist der Sympathieträger des italienischen Autoherstellers schlechthin. Die neue Generation hebt das sportliche Modell auf ein nochmal höheres optisches und technisches Niveau. Foto: Dönges

Bei der viertürigen Limousine Giulia beginnt die Preisliste bei 37.500 Euro für das Einstiegsmodell mit einem 200 PS starken Zweiliter-Turbobenziner. Beim Diesel kommt die Basisversion in der höherwertigen Business-Ausstattung mit 190 PS auf 41.500 Euro.

Das nach dem berühmten Alpenpass Stilfser Joch benannte SUV (Sports Utility Vehicle) Stelvio kostet mit gleichen Motorisierungen 44.000 Euro und 48.000 Euro.

Unsere Testfahrzeuge bei der Präsentation in der Zentrale des Mutterkonzerns Fiat (FCA) in Frankfurt waren die Giulia Veloce mit dem Zweiliter-Turbobenziner mit 280 PS (Basispreis 50.500 Euro) und das SUV Stelvio Veloce mit dem 2,2-Liter-Allrad-Diesel mit 210 PS (Basispreis 59.000 Euro).

Sicherheit und Komfort deutlich gesteigert

Vor allem die Steigerung von Sicherheit und Komfort prägen die Erneuerungen der beiden Alfa-Baureihen. Der aktive Spurhalteassistent hält den Wagen angenehm sanft, aber doch bestimmt, stets in der Fahrbahnmitte, die aktive Cruise Control hält konstant den korrekten Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen und passt das eigene Tempo außerdem mit Hilfe der Verkehrszeichenerkennung an die aktuellen Tempolimits an. Ein Stau- und Autobahnassistent verzögert Giulia und Stelvio bei stockendem Verkehr bis zum Stillstand und lässt sie wieder anfahren. Die Totwinkel-Überwachung warnt vor dem Spurwechsel, sollte sich ein anderes Fahrzeug auf dieser befinden, und der Müdigkeitsassistent empfiehlt eine Pause, wenn der Fahrer unachtsam wird.

Da passt einfach alles: Der Innenraum der Giulia bietet den Passagieren hochwertige Materialien und dem Fahrer einen Cockpitbereich, bei dem alles stimmig und intuitiv zu bedienen ist. Die Schaltung trägt die italienische Flagge. Foto: Dönges

Für bessere Verbindungen und intuitive Bedienbarkeit (durch horizontales Wischen wie beim Smartphone oder auch durch Druck-/Drehschalter) sorgt das neue Infotainment-System mit seinem 8,8 Zoll großen Display, das in der aktuellen Baureihen-Generation nun berührungssensitiv ist. Mit Online-Diensten lassen sich zudem Notrufe bei Pannen und Unfällen absetzen. Ein Fernzugriff erlaubt die Ortung oder die Geschwindigkeitsbegrenzung des Fahrzeugs, und ein mobiler WLAN-Hotspot ist auf Wunsch außerdem an Bord. Für gewerbliche Nutzer eines der beiden Autos eignet sich der Fleet-Manager, der die Fahrzeugverwaltung wesentlich vereinfacht.

Gelungene Qualitätsanmutung

Das Alfa-SUV Stelvio ist nach dem berühmten Alpenpass Stilfser Joch benannt. Sein modernes, sportliches Design hebt sich von dem äußeren Erscheinungsbild der meisten Mitbewerber deutlich ab. Foto: Dönges

Neben den technischen Raffinessen und dem attraktiven Exterieur macht das Interieur durch die gelungene Qualitätsanmutung einen positiven Eindruck. Die Sitze sind sportlich-komfortabel, so dass auch weite Strecken ermüdungsfrei und rückenschonend zurückgelegt werden können. Aufgeräumt hat Alfa den Bereich vor dem Cockpit. Dort gibt es jetzt ein Ablagefach mit Ladeschale für das Smartphone sowie ein praktisches Fach für Schlüssel und sonstige Kleinigkeiten. Für Lenkrad und Schalthebel gibt es wie für den kompletten Innenraum zwei unterschiedliche Lederbezüge, und auf der Einfassung des Schalthebels findet sich die italienische Flagge wieder.

Drei Fahrmodi für optimale Abstimmung

Die in allen Fahrzeugversionen serienmäßige Fahrdynamikregelung bietet je nach Anspruch des Fahrers und der Untergrundbeschaffenheit wahlweise die Stufen „Dynamic“, „Natural“ und „Advenced Efficiency“. Der Modus „Advenced Efficiency“ gibt dem Fahrer beispielsweise die Möglichkeit, alle Fahrzeugsysteme auf den optimalen Umgang mit dem Kraftstoff abzustimmen und so Sprit zu sparen. Hoher Fahrkomfort ist darüber hinaus durch die elektrisch unterstützte Servolenkung mit dynamischer Lenkunterstützung und das aufwendige Fahrwerk mit aus Aluminium gefertigten Radaufhängungen gewährleistet, heißt es bei Alfa. Dadurch werden Abrollgeräusche der Räder und Vibrationen verringert. Die Giulia rollt auf Leichtmetallfelgen von 16 bis 19 Zoll, beim Stelvio wachsen die Dimensionen je nach Ausstattungslevel auf 18 bis 20 Zoll. Die Ausstattungslinien stufen sich bei Limousine und SUV in die Basisversion und die Varianten Business, Super, Sprint, Lusso Ti, Veloce und Veloce Ti.

Wie bei der Giulia: Der Innenraum des Alfa-SUVs überzeugt durch beste Materialien und sehr gute Verarbeitung sowie einem Gestühl, das auch weite Fahrtstrecken ermüdungsfrei und rückenschonend ermöglicht. Foto: Dönges

Als Alternative zur Einstiegsmotorisierung gibt es den Zweiliter-Benziner auch mit einer Leistung von 280 PS. Hier steht bei der Giulia auch ein permanenter Allradantrieb zur Wahl. Beim stärkeren Diesel mit 210 PS ist der 4×4-Antrieb obligatorisch.

Beim Stelvio werden grundsätzlich alle vier Räder angetrieben. Das gilt auch für die Spitzenmotorisierung, den aufgeladenen 2,9-Liter-V6-Benziner mit 510 PS, der die Preise auf 82.500 Euro für die Giulia und 91.000 Euro für den Stelvio treibt. Alle Antriebsstränge sind mit einem achtstufigen Automatikgetriebe ausgerüstet.

Die coupé-ähnliche Stufenhecklimousine Giulia gehört mit einer Länge von 4,64 Metern zur Mittelklasse und bietet dank des langen Radstands von 2,82 Metern erstaunlich viel Innenraum, was vor allem den Fondpassagieren zugute kommt. Das Gepäckraumvolumen ist mit 480 Litern im Normalbereich. Bei gleichem Radstand ist das SUV Stelvio 4,69 Meter lang. Sein Kofferraumvolumen beträgt 525 Liter, erweiterbar durch umgelegte Rücksitze auf 1.600 Liter. Alle Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 6d Temp und sind damit auf dem aktuellsten Stand der Technik.

Alternative Antriebe zuerst bei der Tochtermarke Jeep

Parallel arbeitet der Mutterkonzern FCA an alternativen Antrieben. Plug-in-Versionen und damit die Kombination von Verbrenner- und Elektroantrieben werden aller Wahrscheinlichkeit nach aber zuerst bei der Tochtermarke Jeep zum Einsatz kommen. Bei Alfa Romeo ist diese Motorentechnik erst mit der frühestens in zwei Jahren auf den Markt kommenden Nachfolge-Generation von Giulia und Stelvio zu erwarten.

Fazit: Beide von uns gefahrenen Modelle sind nicht nur optisch ein Hingucker. Bei den inneren Werten der Fahrzeuge hat sich viel getan. Technisch sind Giulia und Stelvio, abgesehen vom Elektro- oder Kombi-Antrieb, auf der Höhe der Zeit. Einen Vergleich mit den deutschen Platzhirschen in diesen Fahrzeugsegmenten müssen die Italiener nicht scheuen.