Ford unter Strom wie nie zuvor

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Mit dem Puma der Vorgänger-Generation hat der neueste Spross dieses Namens optisch nichts mehr gemein. Ford hat dem Puma das Aussehen eines kleinen Crossovers "verpasst", das ihm gut zu Gesicht steht. Foto: Lothar Dönges

Ford steht unter Strom wie nie zuvor. Der Autobauer blickt einer Zukunft mit zahlreichen elektrifizierten Fahrzeugen entgegen. Bis Ende 2021 wird der Konzern in Europa 18 Modelle mit teil- oder vollelektrischem Antrieb auf den Markt bringen – davon alleine 14 in diesem Jahr.

Bereits heute reicht die Bandbreite vom mild-hybridisierten Kleinwagen Fiesta und dem komplett neu entwickelten Puma über die dieser Tage in dritter Generation auf den Markt kommende SUV-Baureihe Kuga und dem bewährten Mondeo Hybrid bis hin zum brandneuen Flaggschiff Explorer Plug-in-Hybrid sowie dem Transporter Transit Custom Plug-in-Hybrid.

Bereits in den Startlöchern steht zudem der mit Spannung erwartete neue Mustang Mach-E mit einer rein elektrischen Reichweite von bis zu 600 Kilometern.

Der Innenraum des Puma ist sportlich gestaltet. Dazu tragen unter anderem auch die roten Ziernähte am Lederlenkrad und an den prima geformten Sitzen bei. Foto: Lothar Dönges

Die Elektrifizierung der Mobilität soll bei Ford auf zwei Säulen basieren: auf ein breites Spektrum an Antrieben (neben voll-elektrischen Fahrzeugen auch Modelle mit 48 Volt Mild-Hybrid, Plug-in-Hybrid und Voll-Hybrid) und ein Programm für unterschiedliche Budgets. Bezogen auf den neuen Mustang Mach-E bedeutet dies: Das Angebot wird auch nach Batteriegröße gestaffelt. Wer nicht die größtmögliche Reichweite braucht, nimmt die kleineren Akkus und damit das günstigere Auto. „Die Kaufentscheidung für ein Auto wird sich künftig noch viel stärker am Nutzungsprofil orientieren“, ist sich Ford sicher.

Bei leichten Nutzfahrzeugen beinhaltet die Elektrifizierungsstrategie auch dieses Fahrzeugsegment. Seit Anfang des Jahres sind mit dem Tourneo Custom (eine Großraum-Limousine mit acht Sitzplätzen) und dem Transit Custom die ersten Plug-in-Hybrid-Nutzfahrzeuge von Ford im Ein-Tonnen-Nutzlast-Segment auf dem Markt. Für nächstes Jahr ist die Markteinführung des vollelektrischen Ford Transit geplant.

In zwei Jahren mehr Elektro- als Verbrenner-Verkäufe

Die selbst gesteckten Ziele sind ehrgeizig. Bereits Ende 2022 soll die Mehrheit der Ford-Pkw-Verkäufe in Europa auf elektrifizierte Fahrzeuge entfallen und damit die Verkaufszahlen von Personenwagen mit konventionellen Benzin- oder Dieselmotoren übertreffen. Zum selben Zeitpunkt sollen bereits eine Million Ford mit elektrifiziertem Antrieb über europäische Straßen rollen. Weltweit investiert die Ford Motor Company annähernd zehn Milliarden Euro in die Elektrifizierung ihrer Modellpalette. „Unser schnell wachsendes Angebot an Fahrzeugen mit elektrifizierten Antrieben macht es den Käufern immer einfacher, auf das Auto ihrer Wahl umzusteigen“, so Hans Jörg Klein, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Ford-Werke.

Mild-Hybrid-Antrieb im neu entwickelten Puma

Anfang dieses Jahres hat der fortschrittliche Mild-Hybrid-Antrieb (mHEV) im komplett neu entwickelten Puma seine Premiere gefeiert. Inzwischen steht diese 48-Volt-Technologie auch für weitere Pkw- und Nutzfahrzeug-Baureihen zur Verfügung. Im Fiesta sowie im Focus vereint sie zum Beispiel den reibungsoptimierten Dreizylinder-EcoBoost-Turbobenziner mit 1,0 Liter Hubraum und einen riemengetriebenen Startergenerator. Er ersetzt die konventionelle Lichtmaschine, gewinnt kinetische Energie zurück und speist damit eine luftgekühlte 48-Volt-Ionen-Batterie. Das Ergebnis ist ein Leitungsspektrum von 125 bis 155 PS sowie ein beachtliches Drehmoment von 210 beziehungsweise 240 Newtonmetern (Nm), wie es für gewöhnlich eher Selbstzünder oder hubraumstärkere Benzinmotoren auszeichnet.

Wuchtig, sportlich, schick: Der neue Ford Explorer vereint alle Attribute auf sich. Der Sechszylinder-Bolide mit 457 PS und einem Drehmoment von sage und schreibe 825 Newtonmetern ist das leistungsstärkste Hybrid-Fahrzeug des Herstellers. Foto: Lothar Dönges

Die Kombination mit dem Generator ist auch für Turbodiesel-Motoren möglich. Im SUV Kuga EcoBlue Hybrid paart Ford die Mildhybrid-Technologie mit dem 2,0 Liter großen und 190 PS starken Vierzylinder-Diesel.

Bei den Nutzfahrzeugen arbeitet der Generator im Transit Custom EcoBlue Hybrid (Ein-Tonnen-Nutzlastklasse) sowie im Transit EcoBlue Hybrid (Zwei-Tonnen-Nutzlastklasse) mit einem modernen Turbodiesel zusammen.

Plug-in-Hybrid tankt Strom und Kraftstoff

Die Plug-in-Hybrid-Technologie bietet Ford derzeit für den Kuga Duratec PHEV, den neuen Explorer EcoBoost PHEV sowie im Tourneo Custom PHEV und im Transit PHEV (PHEV = Plug-in-Hybrid Electric Vehicle). Die Technologie verbindet den Reichweitenvorteil und die Flexibilität eines konventionellen Benziners mit der hohen Energie-Effizienz und der Laufkultur eines batteriebetriebenen Elektromotors. Die Fahrzeuge können bestimmte Wegstrecken rein stromgetrieben und damit lokal emissionsfrei zurücklegen. Beim Kuga sind es bis zu 56 und beim größeren Explorer über 40 Kilometer.

Platz für bis zu sieben Personen gibt es im mehr als fünf Meter langen Explorer scheinbar ohne Ende. Nehmen nur fünf Passagiere die Sitzplätze ein und ist das hintere Gestühl umgelegt, entsteht ein riesiger, ebener Laderaum. Die vier Auspuff-Endrohre am Heck zeigen, dass in dem Flaggschiff jede Menge Power steckt. Fto: Lothar Dönges

Das Plug-in-Hybridsystem des Kuga PHEV setzt sich aus einem 2,5 Liter großen Vierzylinder-Benziner, einem Elektromotor sowie einer Lithium-Ionen-Hochvolt-Batterie mit einer Kapazität von 14,4 Kilowattstunden (kWh) zusammen. Gemeinsam entwickelt dieses Antriebssystem eine Leistung von 225 PS, die über ein stufenloses CVT-Automatikgetriebe auf die Straße gebracht wird.

Neuer Explorer besticht mit souveräner Performance

Der Explorer PHEV kombiniert einen 3,0 Liter großen Sechszylinder-Benziner und einen Elektromotor. Die Systemleistung gipfelt in zusammen 457 PS und einem maximalen Drehmoment von sage und schreibe 825 Newtonmetern. Damit ist der Explorer das bislang leistungsstärkste Hybrid-Fahrzeug von Ford. Die Kraft wird „amerika-like“ über ein serienmäßiges 10-Gang-Automatikgetriebe und einen intelligenten Allradantrieb auf die Straße übertragen. Die Leistung des Benzin- und Elektromotors kann gleichzeitig abgerufen werden und addiert sich somit zu einer souveränen Performance – auf der Straße und abseits davon im Gelände. Die Höchstgeschwindigkeit des Explorer beträgt 230 Stundenkilometer (km/h), die Beschleunigung des Boliden aus dem Stand auf 100 km/h ist bei Bedarf in 6,0 Sekunden absolviert.

Die erste Explorer-Generation kam vor drei Jahrzehnten auf den Markt. Sie löste die bis heute erhalten gebliebene SUV-Welle aus. Stand jetzt konnte Ford über acht Millionen Exemplare der Baureihe verkaufen. Mittlerweile gibt es mit dem jüngsten Explorer-Spross schon die sechste Generation – neben der Hybrid-Technologie jetzt mit sehr viel Raum auf bis zu sieben Sitzen und insgesamt luxuriöser Serienausstattung.

Wie kaum ein anderes Modell steht inzwischen das SUV Kuga für die Marke Ford. In der neuesten Generation ist das Auto einen deutlichen Schritt schicker und mit der jetzt auch möglichen Plug-in-Hybrid-Technologie auch für umweltbewusste Autofahrer nochmals attraktiver. Foto: Lothar Dönges

Eine Menge moderner Fahrer-Assistenzsysteme machen das Bewegen des großen SUVzum Kinderspiel. Sie reichen zum Beispiel vom aktiven Park-Assistenten über eine intelligente adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und einem Tote-Winkel-Assistent bis zum Fahrspurhalter.

Der Größe des SUV angepasst scheint der gewaltige Bildschirm von der Dimension eines um 90 Grad gedrehten Laptops für die Navigation und alle möglichen weiteren Informationen zu sein.

In Deutschland ist der Explorer in den beiden Ausstattungsversionen ST-Line (ab 76.000 Euro) und Platinum (ab 77.000 Euro) erhältlich. Das sind – zugegeben – stolze Preise. Dafür allerdings ist das über fünf Meter lange und dennoch problemlos zu steuernde und rangierende Automobil quasi voll-ausgestattet.

Mustang Crossover mit famosen Fahrleistungen

Bleibt als weitere und schon bestellbare Neuerung der Mustang Mach-E, ein fünftüriges Crossover-SUV mit einer rein elektrisch angetriebenen Reichweite von bis zu 600 Kilometern. Der Ford Mustang symbolisiert seit mehr als einem halben Jahrhundert das Gefühl von Freiheit, Fortschritt und famosen Fahrleistungen. Die mit großer Spannung erwartete fünftürige Crossover-Variante des Sportwagens erfüllt die gestiegenen Ansprüche der Kunden nach einem größeren Platzangebot.

Da passt einfach alles im Cockpitbereich des Ford Kuga. Die Fahrerin oder der Fahrer des Sports Utility Vehicle (SUV) werden vor keinerlei Probleme gestellt und fühlen sich hinter dem sportlichen Lenkrad auf Anhieb wohl. Foto: Lothar Dönges

Ford bietet das Modell wahlweise mit Heck- oder mit Allradantrieb sowie mit unterschiedlichen Batteriegrößen an.

Die Preisliste startet bei 46.900 Euro. Zu einem späteren Zeitpunkt ist dann noch die besonders sportliche Top-Version Mustang Mach-E GT mit einer Leistung von voraussichtlich 465 PS geplant. In Kombination mit Heckantrieb kann der Kunde zwischen den beiden Leistungsstufen 258 PS und 285 PS wählen. Für den Allradantrieb stehen die Leistungsstufen 258 PS und 337 PS zur Wahl.