Das zweite „Herz“ für den ewig-jungen Forester

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Modernes Auto-Design vor historischem Gemäuer: Am See und vor dem Schloss Burg Moritz nahe Dresden sorgte der neue Subaru Forester e-Boxer für Aufsehen. Foto: Dönges

Der japanische Automobilhersteller Subaru führte sein hierzulande wichtigstes Modell, mit dem sich die Freunde der Marke sicherlich am meisten identifizieren, im Herbst 1997 auf dem deutschen Markt ein. 23 Jahre später hat das Auto nichts von seinen Kernmerkmalen verloren. Im Gegenteil. Wichtige Attribute sind hinzu gekommen. Darauf verwies Pressechefin Andrea Wolf bei der Präsentation des neuen Forester e-Boxer auf dem Lausitzring bei Dresden.

Der Charakter des Forester bleibt mit dem jüngsten Spross der Baureihe sowohl beim Exterieur wie beim Interieur erhalten. Darüber freute sich Subaru Deutschland-Geschäftsführer Volker Dannath. Daran ändert auch der neben dem Verbrennungsmotor jetzt zusätzlich eingebaute Elektromotor nach seinen Angaben nichts. Dannath stellte zu Recht vor allem die großzügigen Raumverhältnisse im Fond und im Gepäckraumbereich des Autos heraus.

Selbst gesteckte Maßstäbe garantieren

Hinter der tief herunter gezogenen Heckklappe liegt der 509 Liter fassende Kofferraum, der bis auf 1779 Liter erweiterbar ist. Foto: Dönges

Nach Auflistung des Geschäftsführers verkaufte Subaru im zurückliegenden Jahr in Deutschland rund 6000 Autos. Der Forester hatte daran einen Anteil von 1992 Fahrzeugen. Insgesamt, so Dannath, hatte die Deutschland-Zentrale des japanischen Herstellers mit zirka 7500 Verkäufen kalkuliert. Mehrere Naturkatastrophen im vergangenen Jahr in Japan verhinderten, dass die für den Weltmarkt geplante Produktion an Automobilen nicht erreicht wurde. Dannath: „Sicherheit und Qualität sind für Subaru ein hohes Gut und ein Maßstab. Bei einer höheren Produktion hätten wir die selbst gesetzten Anforderungen nicht mehr garantieren können.“ Unterstrichen wird die Aussage Dannaths durch die unabhängige Prüforganisation „Euro NCAP“, die in jedem Jahr die Fahrzeuge auszeichnet, die den besten Schutz bieten. Der Forester e-Boxer gilt danach als das sicherste Fahrzeug seiner Klasse.

Für dieses Jahr ist der Geschäftsführer hinsichtlich der Verkaufssituation wesentlich optimistischer. So steht das neue Flaggschiff des Herstellers seit Anfang des Jahres bei den Händlern. Der offizielle Marktstart ist am 7. März, und Dannath geht davon aus, dass bis Ende April rund 4000 Forester nach Deutschland geliefert werden.

Einen Blick in die Zukunft richtete der Geschäftsführer mit der Ankündigung, dass in Zusammenarbeit mit Toyota Ende 2022/Anfang 2023 ein reines Elektroauto im Subaru-Portfolio angeboten wird. Und auch in der Zukunft werde der Hersteller größten Wert auf Fahrsicherheit, Fahrkomfort und Insassenschutz legen, versprach Kundendienstleiter Jörg Kracke.

Großzügige Platzverhältnisse vorne und hinten

Mächtig viel Platz bietet der neue Forester seinen Passagieren vorne und hinten. Bedienelemente und Instrumente erklären sich dem Fahrer von alleine. Foto: Dönges

Bleiben wir zunächst in der Gegenwart: Subaru hat seinen Bestseller Forester runderneuert. In den Außenabmessungen hat der jetzt 4,63 Meter (plus 1,5 Zentimeter) lange und 1,82 Meter breite (plus zwei Zentimeter) Allradler gegenüber seinem Vorgänger zugenommen. In der Höhe (1,73 Meter) dagegen ist er etwas geschrumpft. Bedingt durch den verlängerten Radstand von jetzt 2,67 Meter (plus drei Zentimeter) herrschen bessere Platzverhältnisse im Innenraum – vor allem in Sachen Bein- und Schulterfreiheit im Fond, die selbst bei groß gewachsenen Fahrern und weit nach hinten geschobenem Fahrersitz gegeben sind. Hinter die elektrische Heckklappe des Fünftürers passen mindestens 509 Liter Gepäck. Bei umgeklappter Rückbank können maximal 1779 Liter verstaut werden.

Optisch kommt der neue Forester mit markanterem Kühlergrill und hoher Gürtellinie daher. Einmal Platz genommen, fällt das aufgeräumte Cockpit mit dem neu entwickelten Infotainmentsystem mit Acht-Zoll-Bildschirm inklusive Smartphone-Einbindung auf.

Gute Materialien bestens verarbeitet

Der „Ritt“ abseits befestigter Straßen ist für den allradgetriebenen Subaru Forester kein Problem. Das Käuferklientel weiß das zu schätzen. Foto: Dönges

Der Innenraum ist klar gegliedert, und die Instrumente sind gut ablesbar. Die Verarbeitungsqualität ist bestens, und die Materialien machen einen hochwertigen Eindruck. Aufgerüstet wurde auch in Sachen Sicherheit mit Systemen wie das aus anderen Subaru-Modellen bekannte Eyesight-System, Spurwechsel-, Toter-Winkel- und Querassistent sowie Müdigkeitserkennung. Außerdem erhält der Forester einen Aufmerksamkeitsassistenten, der den Fahrer ermahnt, auf die Straße zu blicken, sofern der Blick zu lange von der Straße abweicht.
Wichtigste Neuerung des rund 1,7 Tonnen schweren Allradlers ist sein Antrieb, der den Verbrauch um rund zehn Prozent reduzieren soll. In Deutschland wird der Forester nur noch mit dem Mildhybridsystem namens e-Boxer angeboten. Die Japaner ergänzen den überarbeiteten 2,0-Liter-Vier-Zylinder-Boxermotor mit einem Elektromotor. Der Verbrenner leistet 150 PS und erreicht sein maximales Drehmoment von 194 Newtonmetern bei 4000 Umdrehungen in der Minute. Der 17 PS starke Elektromotor ist im Gehäuse des CVT-Getriebes, das sieben Gänge simuliert, untergebracht. Seine Energie zieht das E-Aggregat aus einer Lithium-Ionen-Batterie, die mit Hilfe von rekuperierter Bremsenergie und überschüssigem Drehmoment gespeist wird. Auf kurzen Strecken (maximal 1,6 Kilometer) mit behutsamem Gasfuß kann der E-Motor bis maximal 40 km/h auch alleine für den Vortrieb sorgen. Insgesamt soll der Durchschnittsverbrauch um 0,7 Liter auf 6,7 Liter je 100 Kilometer (WLTP in NEFZ-Werte umgerechnet) sinken, was CO2-Emissionen von 154 Gramm pro Kilometer entspricht. Auf einem ersten Ausritt rund um Dresden lag unser Durchschnittsverbrauch bei 8,3 Litern.

Beste Fahreigenschaften auf jedem Untergrund

Insgesamt überzeugt der Forester durch seine Fahreigenschaften und gute Traktion auf der Straße sowie abseits der asphaltierten Piste. Die gebremste Anhängelast (wichtig für das Kundenklientel der Jäger, Landwirte, Pferdefreunde und sonstigen Freizeitsportler) beträgt 1870 Kilogramm. Bezüglich Fahrdynamik, Komfort und Handling hat der Subaru deutlich zugelegt.

Den Sprint von null auf Tempo 100 meistert der Allradler in 11,8 Sekunden, der Vortrieb endet bei 188 km/h. Für die Fahrt ins leichte Gelände steht dem Fahrer der sogenannte X-Mode, der mittels Tastendruck aktiviert werden kann, zur Verfügung. Das System, das durch die Steuerung von Motormanagement, Getriebe und Allradantrieb die Traktion auf rutschigen Oberflächen und steilen Anstiegen verbessert, wurde mit zwei Fahrstufen für verschiedene Untergründe optimiert.
Angeboten wird die fünfte Modellgeneration in vier Ausstattungsstufen (Trend, Active, Comfort und Platinum) zu Preisen von 34 990 bis 43 490 Euro. Mindestens 3500 Forester e-Boxer will die in Friedberg ansässige Deutschlandzentrale des japanischen Herstellers in diesem Jahr hierzulande verkaufen.

 Fakten und Technik
Subaru Forester 2.0ie Lineartronic
Maße: 4,63 m/1,82 m/1,73 m (Länge/Breite/Höhe)
Radstand: 2,67 m
Motor: 4-Zyl.-Boxer-Benziner, 1991 ccm, Direkteinspritzung
Leistung: 150 PS bei 5600 U/min
Max. Drehmoment: 194 Nm bei 4000 U/min
Elektromotor: 12,3 kW/16,7 PS
Drehmoment E-Motor: 66 Nm
Batterie: Hochvolt-Lithiumionenbatterie, 13,5 kWh
Höchstgeschwindigkeit: 188 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 11,8 Sek.
Verbrauch nach Werksangabe: 6,7 l/100 km
Effizienzklasse: B
CO2-Emissionen: 154 g/km (Euro 6d)
Testverbrauch: 8,3 l
Leergewicht/Zuladung: min. 1656 kg/max. 529 kg
Kofferraumvolumen: 509-1779 l
Max. Anhängelast: 1870 kg (gebremst)
Wendekreis: 11,6 m
Bodenfreiheit: 220 mm
Böschungswinkel: 20,0 Grad (v.)/26,0 Grad (h.)
Rampenwinkel: 21,0 Grad
Bereifung: 225/60 R 17
Garantie: 5 Jahre bis 160 000 km
Basispreis: 34 990 Euro