Mit dem kleinen Corsa hat Opel Großes vor

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Effizienter, moderner und dynamischer denn je und in Kürze auch vollelektrisch unterwegs: Das ist Opels Kleinwagen-Bestseller Corsa. In der neuen und damit in der sechsten Generation kratzt er schon an der Kompaktklasse. Seit Juni ist der batterie-elektrisch angetriebene Corsa-e ab 29 900 Euro bestellbar. Die Versionen mit klassischen Verbrennungsmotoren gibt es ab 13 990 Euro und können seit Anfang Juli geordert werden. Der Öffentlichkeit zum ersten Mal präsentiert werden die neuen Corsa-Modelle auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt Mitte September.

Seit nunmehr 37 Jahren ist der Kleinwagen Corsa ein essenzieller Bestandteil des Modellangebots von Opel. 1982 gestartet, macht die Baureihe heute 23 Prozent aller Verkäufe der Marke aus. Insgesamt wurden bisher mehr als 13,6 Millionen Exemplare gebaut.

Im November startet die sechste Generation des Erfolgsmodells für unter 14 000 Euro. Dafür gibt es einen 75 PS starken Dreizylinder mit 1,2 Litern Hubraum und ein überaus gelungenes Wägelchen mit selbstbewusstem Design – ausschließlich als Viertürer mit Heckklappe.

Reichweite des Stromers

Niedlich war einmal. der neue Corsa kommt fesch und spritzig daher. Foto: Dönges

beträgt über 300 Kilometer

Der Corsa-e soll im kommenden Frühjahr zu den Händlern und mit einer Füllung des 50 kWh-Akkus 330 Kilometer weit kommen. Die konventionell motorisierten Versionen können mit drei Benzinern und einem Diesel bestellt werden. Die Ottomotoren leisten bei gleichem Hubraum wie das Basisaggregat dank Turboaufladung 100 PS und 130 PS und kosten 17 520 und 22 340 Euro. Der Diesel kommt mit 1,5 Litern Hubraum auf 102 PS und wird für 19 350 Euro offeriert.
Die deftigen Preissprünge resultieren aus den Ausstattungen. Nur das Einstiegsmodell ist in der Basisausstattung zu haben, die 100-PS-Variante ist mindestens als Corsa Edition im Angebot, das Spitzenmodell mit 130 PS wird immer mit einem achtstufigen Automatikgetriebe und dem Ausstattungsniveau GS-Line kombiniert. Die Benziner haben Tanks mit 40 bis 44 Liter Volumen und verbrauchen zwischen 5,3 und 6,4 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer, dem Diesel genügen 4,0 Liter.

Sportliche Proportionen beenden die Niedlichkeit

Mit dem neuen Corsa endet die Niedlichkeit des Opel-Kleinwagens. Nach dem Aus für die Modelle Karl und Adam übernimmt er nun die Rolle eines Einstiegsmodells und setzt mit sportlichen, charakterstarken Proportionen auf Seriösität. Trotz der sich nach hinten dynamisch absenkenden Dachlinie bleibt auf den Plätzen im Fond genügend Kopffreiheit, der Raum für Beine und Knie ist nach einer ersten Sitzprobe ausreichend bemessen. Die A-Säule ist weiter nach hinten gewandert, eine niedrige Fensterlinie gibt zusammen mit den bis zu 17 Zoll großen Leichtmetallrädern Statur.
Die Dimensionen haben sich kaum verändert. Länge (plus 39 Millimeter) und Breite (4,06 und 1,77 Meter) sind nahezu identisch mit den Maßen des Vorgängermodells. Nur die Höhe hat um 4,8 Zentimeter auf 1,43 Meter abgenommen. Reduziert haben die Aerodynamiker auch den Luftwiderstandsbeiwert. Er liegt jetzt bei einem cW-Wert von 0,29, was für einen Kleinwagen mit Schrägheck eine Meisterleistung ist und den Corsa zum Klassenprimus macht. Dafür wurde unter anderem der Unterboden nahezu vollständig verkleidet, ein angedeuteter Heckspoiler für mehr Effizienz angebaut und vor dem Kühler ein Aero-Shutter montiert, der den Weg für die Kühlluft schließt, wenn keine benötigt wird.
Auf dem bisherigen Niveau rangiert derweil das Kofferraumvolumen. Mindestens passen 309 Liter unter die Gepäckraumabdeckung, beim Corsa-e sind es 267 Liter. Das asymmetrische Umklappen der Rücksitzlehen vergrößert das Ladevolumen.

In nur 30 Minuten Füllstand von 80 Prozent

Der äußere Eindruck setzt sich auch im Innenraum fort. Foto: Dönges

Der Elektromotor des Corsa-e leistet 136 PS und bringt es auf 260 Newtonmeter Drehmoment. Der Standardsprint gelingt in 8,1 Sekunden. Der Stromer ist damit die spurtstärkste Variante. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 150 km/h begrenzt, und nur wer den Fahrmodus Sport einschaltet, kann sie erfahren. Der Modus Eco garantiert dagegen maximale Reichweite, die Einstellung „normal“ ist ein Kompromiss aus beidem. Der Lithium-Ionen-Akku hat eine Kapazität von 50 kWh, der Verbrauch auf 100 Kilometer wird mit 17 kWh angegeben. An einer Wallbox mit 11 kW Leistung dauert es etwa fünf Stunden und 15 Minuten, bis die Batterie vollständig geladen ist, an einer Schnell-Ladestation mit 100 kW vergehen nur 30 Minuten, bis ein Füllstand von 80 Prozent erreicht ist.
Beim Gewicht nimmt der Corsa-e bauartbedingt die Pole-Position ein. Er wiegt 1530 Kilogramm. Die Versionen mit Verbrennungsmotor wiegen unbeladen zwischen 1055 und 1233 Kilogramm.

Der Corsa wächst technisch über die Grenzen seines Segments hinaus. Das gilt auch für Ausstattung und Assistenzsysteme. Zum ersten Mal ist blendfreies Matrix-LED-Licht in dieser Klasse zu haben. Die Lenkrad- und Sitzheizung gab es schon bisher, jetzt aber können Ledersitze mit Massagefunktion für den Fahrer bestellt werden. Es gibt einen sensorgesteuerten Flankenschutz, Tempo- und Spurhalte-Assistent sowie eine 180 Grad-Panoramakamera als Erleichterung beim Rangieren. Auch der aktive Einparkhelfer und eine Ladeschale für Smartphones werden als Option angeboten.

Optische Attribute für die Individualisierung

Zudem lässt sich der Corsa mit allerlei optischen Attributen auf den Geschmack seines Besitzers abstimmen. So gibt es Kontrastlackierungen für die Gehäuse der Außenspiegel, farbige Spangen für die Kühlergrills und auffällige Grafiken in verschiedenen Ausführungen. Die Leichtmetallräder lassen sich mit farbigen Inlays bunter gestalten, die Dächer in Weiß oder Schwarz lackieren.
Ihre Publikumspremiere feiern der Corsa und der Corsa-e auf der IAA in Frankfurt im September. Jetzt schon kündigt Opel weitere Schritte der Elektrifizierung an. In kommenden Jahr sollen der Grandland X als Hybrid-Version antreten, der Vivaro und der Nachfolger des Mokka X folgen als reinrassige Stromer. Einen solchen Antrieb erhält ein Jahr darauf auch der Zafira Life. Bis zum Jahr 2014 soll die gesamte Opel-Flotte elektrifiziert erhältlich sein.

Mit allen diesen Planungen wollen die Rüsselsheimer künftig wieder Erfolge feiern. Schon das erste Halbjahr 2019 brachte Opel einen Rekordgewinn von 700 Millionen Euro. 568 000 Euro wurden weltweit verkauft. Alleine in Europa lag der Marktanteil der Marke mit dem Blitz bei 5,7 Prozent. Wichtigster Absatzmarkt ist nach wie vor Deutschland. Hierzulande wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 139 583 Opel-Modelle verkauft.