Charakterkopf mit zitronengelben Augen

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Seit seiner Einführung vor mittlerweile 14 Jahren hat sich das Wesen des Kia Picanto gründlich gewandelt. Vom unscheinbaren Up- und Twingo-Konkurrenten der ersten Generation ist er zu einem markanten, selbstbewusst auftretenden Charakterkopf in der dritten gereift. Und der zeigt jetzt noch mehr Kante. Für dieses Modelljahr haben die Koreaner ihr in Deutschland am dritthäufigsten verkauftes Modell um zwei Varianten erweitert: Einen betont dynamisch anmutenden GT Line und eine X-Line-Ausführung, die auf der Welle der SUV-Begeisterung schwimmt.

An der Front fallen die zitronengelben Zierelemente auf, die charakteristisch für den X-Line sind.(Foto: Valentin)

Beiden gemein ist ein akzentuiertes Design, das den Charakter des Wagen deutlich hervorhebt. Der X-Line etwa blickt einem aus zitronengelb umrahmten Augen in einem verbreiterten Kühlergrill entgegen, die Freude und Verspieltheit vermitteln sollen. Beim GT-Line hingegen sind die Zierelemente in bissigem Rot gehalten, das für dessen Dynamik und Sportlichkeit steht. Beim X-Line kommen 1,5 Zentimeter mehr Bodenfreiheit hinzu. Für Fahrten auf Waldwegen mögen die ausreichen, für das Gelände abseits der Piste freilich nicht. Zudem protzen beide Derivate mit einem Doppelrohrauspuff, der durchaus als optische Kampfansage an die Konkurrenz gelten darf: Schaut her, unter meiner Haube schlummert pure Kraft!

Auch im Inneren setzten sich die zitronengelben Farbakzente fort. Ansonsten herrscht mi Interieur stets die Farbe Grau. (Foto: Valentin)

Und das ist nicht einmal übertrieben. Denn mit dem 1.0 T-GDI, der bei Kia bereits in den Modellen cee´d, Rio und Stonic zum Einsatz kommt, erhält der Picanto seine bislang stärkste Motorisierung. Die Kraftentwicklung des 100 PS starken Turbobenziners spürt man beim Fahren deutlich. Das Triebwerk zieht den Kleinwagen ordentlich nach vorne – vor allem im unteren Drehzahlbereich. Irgendwann ist natürlich Schluss mit Sportlichkeit. Gerade bei höheren Umdrehungen tut sich auch der dynamische Picanto ein wenig schwer. Aber eine Rennmaschine wird wohl auch trotz GT-Label niemand bei einem Kleinwagen erwarten. Viel wichtiger für diese Art von Wagen ist es, dass er den Spagat zwischen Spritzigkeit und Effizienz beherrscht. Und das tun der X- und der GT Line sehr wohl. Dank serienmäßigem Start-Stopp-System verbraucht der Turbobenziner laut Werksangaben 4,5 Liter auf 100 Kilometern – die entsprechende Fahrweise vorausgesetzt. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 104 Gramm pro Kilometer.

Neben Design und Dynamik haben X-Line und GT aber noch mehr zu bieten – etwa in Sachen Ausstattung. Die ist für einen Kleinwagen beachtlich und reicht von serienmäßigem LED-Tagfahrlicht, Rückfahrkamera und Parksensoren bis zu beheizbaren Vordersitzen und einem beheizbaren Lenkrad. Ebenso wenig müssen die Kunden auf eine ordentliche Konnektivität verzichten: Android Auto und Apple CarPlay sind auf einem 7-Zoll-Touchscreen sogar unabhängig vom Navigationssystem erhältlich. Optional ist außerdem ein Notbremsassistent erhältlich. Der Preis für den GT Line startet bei 14990 Euro. Für den X-Line werden 16190 Euro fällig.