Subaru gibt dem Diesel radikal den Laufpass

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Subaru Deutschland-Geschäftsführer Christian Amenda hat ein Luxus-Problem. Mit 7 740 Automobil-Verkäufen legte der japanische Allrad-Spezialist in Deutschland um 6,8 Prozentpunkte zu. Aber: Der Markt verlangt, so Amenda, nach mehr. Die Kapazitäten des Herstellers lassen größere Stückzahlen aber nicht zu. Noch nicht.

Denn, da ist Amenda sicher, die Nachfrage nach den Modellen des weltgrößten Allrad-Herstellers wird hierzulande ansteigen. Mitverantwortlich dafür werden die zweite Generation des erstmals 2012 eingeführten Crossover-SUV XV und die auf der selben Plattform jetzt auf den Markt kommende „straßen-dynamische Limousinen-Variante“ Impreza sein.

In den zurückliegenden gut fünf Jahren verkaufte sich der XV in Europa rund 70 000 Mal und ist damit im Modellportfolio der Japaner das zweitwichtigste Auto nach dem SUV Forester. Das Ziel der Subaru Deutschland-Zentrale in Friedberg für dieses Jahr sind 2 000 XV-Verkäufe.

Darunter befindet sich kein XV mit Dieselantrieb, denn den hat der Hersteller aus dem Programm genommen. Lag der Dieselanteil bei Subaru in der Vergangenheit in Deutschland bei 50 Prozent, ist er inzwischen aufgrund der neuen Abgasbestimmungen auf unter 20 Prozent gesunken. Lediglich das große SUV Forester bieten die Japaner noch mit der Selbstzünder-Technik an. Doch auch bei seinem Nachfolgemodell werden die potenziellen Kunden den Diesel vergeblich suchen.

Amenda: „Es ist nicht mehr der Antrieb der Zukunft. Lediglich 95 g/km CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 und nur noch 75 g/km bis zum Jahr 2025 sind mit der Dieseltechnik nicht erreichbar. Also machen wir gleich einen Schnitt.“

Der Geschäftsführer blickt zudem in die nahe und mittlere Zukunft. Gegen Ende des Jahres soll vom XV noch eine Plug-in-Hybrid-Version auf den Markt kommen, und auch die Einführung von reinen Elektroautos ist in der Pipeline.

Die Verbannung des Dieselantriebs will Subaru beim neuen XV durch andere Angebote an die Kundschaft mehr als ausgleichen. Dazu gehört unter anderem das 2008 in Japan, 2014 in Europa und 2015 in Deutschland eingeführte Eyesight-System, in dem sechs Sicherheits-Assistenzsysteme zusammengeführt sind. Das Ziel ist klar: Weniger Unfälle. So haben die Japaner festgestellt, dass seit der Einführung von Eyesight die Unfälle von Subaru-Modellen um 61 Prozent zurückgegangen sind. Das System ist, so Amenda, nicht nur ein wichtiger Baustein in der Subaru-DNA-Philosophie, sondern auch das gewichtigste Argument für den „Anspruch von Subaru, das sicherste Auto der Welt zu bauen“.