Dem Wettbewerb das Fürchten lehren

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Sein offizielles Debüt feiert der neue Kia Ceed auf dem Genfer Autosalon. Schon vor der dortigen öffentlichen Premiere haben die Koreaner die dritte Generation des in Europa designten (Kia-Designzentrum Frankfurt), entwickelten (Forschungs- und Entwicklungszentrum Rüsselsheim) und produzierten (Zilina/Slowakei) Kompaktwagens in München erstmals den Medien präsentiert.

Mit neuen Technologien und Motoren, einem ausgereiften, athletischen Design und einem agileren Fahrverhalten soll der Ceed der dritten Generation die Position von Kia im C-Segment weiter stärken.

In Europa die Nummer eins im Markenportfolio

Chefdesigner Peter Schreyer und sein Team haben den neuen Kia Ceed sportlich-dynamisch mit klaren, geraden Linien, langer Motorhaube und mit nach hinten verschobenem Passagierabteil gezeichnet. (Foto: Dönges)

Kia verkaufte den cee´d im vergangenen Jahr in Deutschland cirka 10 000 Mal. Er war damit hinter dem Crossover-SUV Sportage (rund 13 000 Verkäufe) das zweitmeist georderte Modell, in Europa sogar die Nummer eins im Kia-Portfolio. Dieses Ranking erwartet Geschäftsführer Steffen Cost auch hierzulande, „wenn erst einmal alle Modellvarianten verfügbar sind“.

Geändert hat sich auch die Schreibweise des Namens: aus cee´d wird Ceed – ein Auto für Europa mit europäischem Design (for the Community of Europe, with European Design). Der cee´d war vor einem Dutzend Jahren das erste in Europa entwickelte, gebaute und verkaufte Modell des koreanischen Herstellers für das C-Segment. Ende Juni soll nun die dritte Generation zu den Händlern rollen. Dann wird aus dem bisherigen Kia cee’d ein Kia Ceed. Mit ihm kommt ein Auto daher, das in Form und Inhalt so europäisch geworden ist, dass es manchem Wettbewerber aus Europa das Fürchten lehren wird.

Der Einstiegspreis ist noch ein Geheimnis

Der kommende Ceed ist zwei Zentimeter breiter als das Vorgängermodell. Das Schrägheck steht entsprechend satt auf der Straße. Zum kraftvollen Eindruck trägt auch der Dachkantenspoiler bei. (Foto: Dönges)

Heute schon bringt es der Kia cee’d auf 16 Prozent am Kia-Absatz in Europa. Er hat damit seinen Anteil am Wachstum des Marktanteils der Hyundai-Tochter Kia von rund 1,5 Prozent im Jahr 2006 auf jetzt etwa drei Prozent. Bei diesem Erfolg half den Koreanern sicher die Besinnung auf die Eigenarten des Marktes, aber – früher mehr als heute – auch der Preis. Die Preise des Neuen wird Kia erst nennen, wenn der Marktstart kurz bevorsteht. Nach unseren Informationen wird der Einstiegspreis bei unter 17 000 Euro liegen.

Das Design des Schrägheck-Fünftürers ist offensichtlich vom viel positiven Aufsehen erregenden Kia Stinger beeinflusst: sportlich-dynamisch mit klaren, geraden Linien und langer Motorhaube bei nach hinten verschobenem Passagierabteil. Der Frontüberhang fällt mit 88 Zentimetern um 20 Millimeter kürzer aus als beim Vorgänger. Der Hecküberhang nahm um 20 Millimeter auf 78 Zentimeter zu. Der neue Ceed ist mit 1,45 Metern um 23 Millimeter flacher und mit 1,80 Metern um 20 Millimeter breiter. Der Radstand blieb bei 2,65 Metern.
Ein breiter Kühlergrill mit der für Kia typischen „Tigernasen“-Front, der breite untere Lufteinlass sowie das LED-Tagfahrlicht mit jeweils vier LED-Spots (wie bei der GT-Ausführung des Vorgängers) prägen das Gesicht. LED-Scheinwerfer können – gegen Aufpreis – dazu kommen. Zum kraftvollen Eindruck tragen die ausgeprägte Schulterlinie und die breite C-Säule bei, ebenso das Schrägheck mit klarer Betonung der Breite und einem Dachkantenspoiler.
Das neue Innenraumkonzept von Kia zieht nun auch in den Ceed ein. Das Armaturenbrett wirkt durch sein auf Breite angelegtes Design schlank. Der Fahrer hat so einen freien Blick nach vorne, und beide Passagiere auf den Vordersitzen haben mehr Knieraum. Die Zentralkonsole neigt sich dem Fahrer leicht entgegen. Sie ist in zwei Bereiche unterteilt: oben der freistehende Touchscreen des Infotainments, unten die Bedienelemente für das Audiosystem und die Klimaeinheit.

Gehobenes Flair herrscht auch im Innenraum vor

Das Armaturenbrett des Ceed wirkt durch sein auf Breite angelegtes Design schlank. Der Fahrer hat alles bestens im Blick, und mehr Knieraum für die vorne sitzenden Passagiere gibt es auch noch. (Foto: Dönges)

Soft-Touch-Materialien sowie Oberflächen in Metall- und satinierter Chromoptik geben dem Innenraum ein gehobenes Flair. Eine tiefere Sitzposition des Fahrers bringt nicht nur ein sportlicheres Fahrgefühl, sondern auch mehr Kopffreiheit. Hinten finden die Passagiere auf Schulterhöhe mehr Platz vor. Fürs Gepäck bleiben beim Fünftürer 395 Liter (nach 380 Litern beim Vorgänger).
Den europäischen Erwartungen soll das neue Fahrwerk voll entsprechen. Kia verspricht eine schnellere und direktere Rückmeldung der Lenkung. In der Summe soll der neue Kompaktwagen ohne Einbußen beim Fahrkomfort in Kurven und bei höheren Geschwindigkeiten mehr Kontrolle bieten.
Für den Ceed stehen als Turbo-Benziner der 1.0T-GDI mit 120 PS, der neue 1.4 T-GDI mit 140 PS und der vom Vorgänger übernommene 1.4-Liter-Saugmotor mit 100 PS zur Wahl. Dieselfahrer können beim 1,6 Liter-Triebwerk zwischen zwei Leistungsstufen wählen: 115 PS oder 136 PS. Die Diesel erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-TEMP und verfügen über eine Abgasnachbehandlung mit selektiver katalytischer Reduktion (SCR). Nach derzeitigem Stand der Emissions-Regelungen laufen künftige Ceed-Besitzer nicht Gefahr, von Fahrverboten betroffen zu sein.

Sechsgang-Schalter und Siebengang-Automatik

Alle Motoren werden mit einem Sechsgang-Getriebe ausgeliefert. Für den 1.4 T-GDI und den 1.6 CRDi 136 wird ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe in Verbindung mit einer Auswahl an Fahrmodi angeboten.
Bei Infotainment, Vernetzung und Assistenzsystemen tritt der Ceed in einer höheren Spielklasse an. Bluetooth-Freisprecheinrichtung ist Standard, beim großen Navigationssystem mit Acht-Zoll-Screen können Smartphones integriert werden, ebenso – je nach Ausstattung – eine induktive Ladestation. Erstmals bei Kia gibt es eine beheizbare Frontscheibe. Sitzventilation für vorne und Sitzheizung für vorne und hinten stehen zur Verfügung. Außerdem gibt es zahlreiche Fahrer-Assistenzsysteme wie die Gegenlenkunterstützung fürs Stabilitätsprogramm (ESP), Fernlichtassistent, Müdigkeitswarner, aktiver Spurhalteassistent und autonom arbeitender Notbremsassistent mit Fußgängererkennung.

Bestellbar auch: adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurwechselassistent, Querverkehrswarner und Parkassistent. Premiere für Europa feiert im Ceed der Stauassistent, der nicht nur die Spur hält, sondern auch den richtigen Abstand zum Vordermann und der nach dem Stopp wieder anfährt, wenn’s weiter geht. Ebenfalls erhältlich sind LED-Scheinwerfer fürs Abblend- und Fernlicht, die eine optimale Sicht gewährleisten.