Bestseller auf dem Sprung ins kompakte SUV-Segment

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Es läuft bei Volvo – weltweit und in Deutschland. Die chinesische Konzernmutter Geely lässt den schwedischen Hersteller an der langen Leine. Das Ergebnis: Premiumfahrzeuge, die sich mit denen der deutschen und englischen Spitzen-Marken messen lassen.

Auf Schnee und Eis ist ein Volvo zuhause. Davon konnte sich beim ansprechenden Wintertest in den Tiroler Alpen mit dem neuen XC40 unser Tester Lothar Dönges überzeugen. (Foto: Bernhard Limbacher)

Über eine halbe Million Autos konnten die Schweden im vergangenen Jahr verkaufen, davon rund 41 000 in Deutschland. Damit hat Volvo seine Verkaufszahlen hierzulande seit 2013 verdoppelt. Topseller waren dabei erneut der XC60 mit 16 820 Exemplaren, gefolgt von der 90er-Baureihe mit SUV, Limousine, Kombi und Cross Country, von denen 11 681 Einheiten abgesetzt wurden. Und ein neuer Bestseller steht jetzt in den Startlöchern. Am 10. März rollt der neue XC40 zu den Händlern. Er soll dazu beitragen, dass die Skandinavier bis zum Jahr 2020 rund 60 000 Autos in Deutschland absetzen, so Thomas Bauch, Geschäftsführer von Volvo Deutschland.

[su_heading]Wachstumstreiber mit Potenzial für Platz zwei[/su_heading]

 

Das farblich abgesetzte Dach gab es bei Volvo-Fahrzeugen bisher nicht. Der neue XC40 bietet den Kunden diese individuelle Gestaltung in vielen Variationen an. (Foto: Dönges)

„Mit dem XC40 macht Volvo den Sprung in das kompakte Premium-SUV-Segment“, freut sich Olaf H. Meidt, der Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Er und Bauch sehen den „Volvo für Individualisten“ in einem nach wie vor wachsenden Segment (alleine in 2017 um 30 Prozent) als „Wachstumstreiber, der das Potenzial hat, nach dem XC60 die Nummer zwei im Modellangebot zu werden“. Zunächst stehen nur die beiden Top-Versionen bei den Händlern. Den D4-Diesel gibt es ab 44 800 Euro, den T5-Benziner ab 46 100 Euro.

Mit dem XC40 schlägt Volvo ein neues Kapitel seiner SUV-Story auf. Der 4,43 Meter lange Fünfsitzer baut auf der neuen CMA-Plattform (Compact Modular Architecture) der Konzernmutter auf. Wie alle neuen Volvo trägt er das typische Scheinwerfer-Design in der Front, ausgeprägte Karosserieschultern und die vertikalen Rückleuchten.

Auch den nach innen gewölbten Kühlergrill und die je nach Ausstattung schwarz oder weiß abgesetzten Dächer inklusive passender Außenspiegel gab es bisher nicht. Und richtig bunt treiben es die schwedischen Designer im Innenraum, wenn sie das elegante Scan-Design durch effekthaschende Alu-Blenden und grell-orangefarbene Teppiche auf Option ersetzen.
[su_heading]Clevere Lösungen stecken auch im Detail[/su_heading]

Hinter der weit nach oben aufschwingenden Heckklappe lässt sich im XC40 ordentlich Gepäck verstauen. Der Kofferrauminhalt reicht von 460 bis 1336 Liter bei umgeklappten Rücksitzen. (Foto: Dönges)

„Sinnvoll und praktisch – auch für die großen SUV-Brüder – sind die cleveren Detaillösungen des XC40“, berichtet Michael Schweitzer, der Leiter der Produkt-Kommunikation. So bieten die seitlichen Türinnentaschen durch den Verzicht auf Lautsprecher ordentlich Platz für Laptops, Tablets oder große 1,5-Liter-Wasserflaschen. Unter dem Fahrersitz lässt sich eine Schublade ziehen, in die von außen nicht sichtbare kleinere Utensilien passen, in der Mittelarmlehne steckt ein Abfallbehälter, das Handschuhfach besitzt einen ausklappbaren Taschenhaken, und in der Mittelkonsole können Smartphones induktiv aufladen.

Auch der 460 Liter große Kofferraum lässt sich gegen Aufpreis mit einem faltbaren doppelten Boden inklusive drei integrierter Haken so konfigurieren, dass weder Koffer noch Einkauf verrutschen können. Wird das volle Volumen von 1336 Liter gebraucht, sind die Rücksitzlehnen mit einem Handgriff umgelegt und sogar die Abdeckung unterm Kofferraumboden verstaut. Die Heckklappe öffnet optional auf Knopfdruck oder per Fußsensor.

Bereits in der Basisausstattung enthalten ist ein hochformatiger Touchscreen im Tablet-Design an Bord, über den mit smartphone-ähnlichen Wisch- und Scroll-Bewegungen alle Funktionen des Infotainmentsystems bedient werden können. Keine Abstriche macht Volvo in Sachen Sicherheit: Airbags, ABS und ESP, ein Kollisionswarner, der auch bei entgegenkommendem Verkehr eingreift, ein Spurverlassenswarner mit Lenkeingriff und das City-Safety-Notbremssystem sind Serie. Gegen Aufpreis gibt es weitere Assistenzsysteme, von der Toter-Winkel-Überwachung über Kreuzungsassistent und 360-Grad-Kamera bis zum Pilot Assist, der auch teilautonomes Fahren bis Tempo 130 erlaubt.
[su_heading]Stets Allradantrieb und Achtgang-Automatik[/su_heading]

Gewohnt hochwertig gestaltet sich auch beim Volvo-Kompakt-SUV der Innenraum. Ins Blickfeld rückt dabei der mächtige Tochscreen im Tablet-Design. (Foto: Dönges)

Der Volvo XC40 startet vorerst nur mit den beiden Top-Motorisierungen, dem 190 PS starken Diesel D4 und dem T5-Benziner mit 247 PS. Beide Zwei-Liter-Vierzylinder sind immer mit Allradantrieb und Achtgang-Automatik kombiniert. Trotz der hohen Leistungen bevorzugen sie eher die komfortable Gangart. Wobei der Turbobenziner mit seinen 350 Newtonmetern (Nm) Drehmoment noch etwas schneller und leichtfüßiger aus den Startblöcken kommt (6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, 230 km/h Spitze).

Der Selbstzünder zeigt sich im Antritt mit 400 Nm ab 1750 Umdrehungen erwartungsgemäß dynamisch. Im Normverbrauch ist er mit 5,0 Litern (133 g/km CO2) zu 7,1 Liter beim Benziner allerdings sehr viel genügsamer. Beide Aggregate erfüllen die strengere Euro-6d-Abgasnorm, im Turbodiesel erreicht durch eine SCR-Abgasreinigung mit AdBlue-Einspritzung, beim Benziner durch einen Partikelfilter.

Beide Fahrzeuge gibt es zunächst in der mittleren Ausstattungsstufe Momentum. Der D4 AWD kostet so ausgestattet inklusive Klimaautomatik, Sitzheizung, Internetzugang und 18-Zoll-Alus mindestens 44 800 Euro. Der T5 AWD startet so ab 46 100 Euro. Für 1950 Euro mehr gibt es beide auch als R-Design-Version. Günstiger wird’s ab Mai, wenn das Einstiegsmodell mit Dreizylinder-Benziner und Frontantrieb und 1,5 Litern Hubraum zu Preisen ab 31 350 Euro folgen soll.
[su_heading]Mit „Volvo Care“ sind die Schweden weit vorne[/su_heading]

Wem das alles zu teuer ist, der kann den neuen XC40 aber auch mieten statt kaufen. Mit „Volvo Care“ bietet der Hersteller erstmals die Möglichkeit, einen Neuwagen ohne Anzahlung zu einer festen Monatsrate (ab 699 Euro) inklusive Versicherung, Steuern, Wartung, Inspektionen und Winterräder zu nutzen. Nur den Sprit muss man noch selbst tanken. Mit dem ersten Kompakt-SUV ist Volvo spät dran, mit diesem Abo-Modell sind die Schweden dafür ganz weit vorn.

Ende des Jahres soll der Plug-in-Hybrid die XC 40-Modelle vervollständigen. Die Vision von Volvo ist ein Hybrid-Modell in jeder Baureihe.

[su_box title=”Fakten und Technik”]Volvo XC40 T5 AWD Momentum
Maße: 4,43 m/1,86 m/1,65 m (Länge/Breite/Höhe)
Radstand: 2,70 m
Motor: Vierzylinder-Turbobenziner, 1969 ccm, Direkteinspritzung, Allradantrieb, Achtgang-Automatik
Leistung: 247 PS bei 5500 U/min
Max. Drehmoment: 350 Nm bei 1800-4800 U/min
Geschwindigkeit: 0-100 km/h 6,5 Sek., max. 230 km/h
Verbrauch: 7,2 l nach WLTP-EU-Norm
CO2-Emissionen: 168 g/km (Euro 6d-Temp)
Leergewicht/Zuladung: min. 1775 kg/max. 445 kg
Anhängelast: 2100 kg
Kofferraumvolumen: 460-1336 l
Bodenfreiheit: 211 mm
Wattiefe: 450 mm
Böschungswinkel: vorn 21,7 Grad, hinten 30,4 Grad
Wendekreis: 11,8 m
Basispreis: 46 100 Euro[/su_box]