Es ist kein Van – es ist ein MAN

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MAN betritt Neuland: Der Truck- und Bushersteller bietet mit dem TGE erstmals einen Transporter an, der mit Führerscheinklasse B gefahren werden kann. Damit avancieren die Münchner zum Vollanbieter von Nutzfahrzeugen zwischen 3 und 44 Tonnen. Ganz neu ist der TGE freilich nicht, ist er doch baugleich mit dem Crafter des Mutterkonzerns VW. Dennoch erschließt er MAN einen in Deutschland nicht unbedeutenden neuen Markt: Den der Handwerker!

Als Kombi könnte der TGE zum Beispiel im Personentransportwesen eingesetzt werden. (Foto: Valentin)

Egal ob Klempner, Elektriker oder Raumausstatter – ein Transporter gehört für das Handwerk beinahe zur Pflichtausstattung. Bisher musste MAN dieses Feld der Konkurrenz überlassen. Mit dem TGE ändert sich das nun grundlegend. Denn der ist gleich in mehreren Varianten erhältlich: Als geschlossener Kastenwagen, verglaster Kombi oder als Pritsche mit der Möglichkeit verschiedener Aufbauten. Je nach Modell, variiert auch das zulässige Gesamtgewicht, das von 3 bis 5,5 Tonnen reicht. Außerdem ist der TGE in drei verschiedenen Längen zwischen 5,98 und 7,39 Metern sowie in drei Dachhöhen zwischen 2,34 und 2,80 Meter erhältlich.

Der MAN TGE ist in drei Varianten erhältlich. Als Kastenwagen, Kombi und als Pritschenwagen mit unterschiedlichen Aufbauten. (Foto: Valentin)

Dabei arbeitet MAN mit allen großen Aufbauherstellern zusammen, wie Dennis Affeld, Leiter der Abteilung Van, klarstellt. „Der Kunde kauft also nicht bei uns die Pritsche und muss dann woanders den Aufbau fertigen lassen“, erklärt er. Stattdessen bietet MAN alles aus einer Hand an. Für den Kunden bietet das den Vorteil, nur einen Ansprechpartner zu haben, der für alles verantwortlich ist. Ohnehin will sich MAN in puncto Service von der Konkurrenz, aber auch der eigenen Mutter abheben. Denn der aus dem Lkw-Segment bekannte 24-Stunden-Notdienst wird auch auf den TGE übertragen, verspricht Affeld. Nur weil es sich um ein kleineres Fahrzeug handele, seien Ausfallzeiten nicht mehr tolerierbar.

Angetrieben wird der TGE von einem Zweiliter-Dieselaggregat, das in vier verschiedenen Leistungsstufen zur Verfügung steht: Mit 102, 122, 140 und 177 PS. Neben einem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe wird es alternativ auch eine Achtgang-Automatikschaltung geben. Zur Markteinführung am 8. Juni ist zunächst nur ein Frontantrieb erhältlich. Doch schon nach der Sommerpause werden auch eine heckangetriebene Variante sowie ein Allrad folgen.

Sehen lassen kann sich aber auch die Ausstattung des TGE, die mit allerlei Features aus dem Pkw-Bereich aufwartet. So müssen die Kunden ebenso wenig auf ein Infotainment-System wie verschiedene Assistenzsysteme verzichten. Ein Parklenkassistent hilft beim Längsparken, der Rückfahrassistent erleichtert den rückwärtigen Blick, der Notbremsassistent greift auf der Autobahn ein, wenn der TGE zu dicht auf seinen Vordermann auffährt und sogar für das Rangieren mit einem Anhänger steht ein Assistent zur Verfügung.

Der Einstiegspreis für den TGE Kastenwagen mit dem kleinen 102 PS-Motor liegt bei 28730 Euro.