Athletische Eleganz statt brachialer Aggressivität

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Nur kurz nach der Weltpremiere des Kia Stinger auf der North American International Auto Show in Detroit hat der koreanische Automobilhersteller jetzt in Mailand die europäische Version der neuen Sportlimousine vorgestellt.

Unter der langen Motorhaube des Luxuswagens befindet sich einer von drei in Längsrichtung montierten Turbomotoren, die sich derzeit in den letzten Stufen der Abstimmung vor dem Einstieg in die Produktion befinden.

Exklusiv für Europa bietet Kia einen 2,2-Liter Turbodiesel (200 PS, Spitze 225 km/h), wurde bei der Europa-Präsentation bekannt gegeben. Allen anwesenden Kia-Mitarbeitern standen dabei Stolz und Freude auf das neue Spitzenmodell ins Gesicht geschrieben, als dieses aus einem Holzverschlag auf der Bühne heraus knallte. Im vierten Quartal dieses Jahres wird das 4,83 Meter lange, bisher stärkste Serienmodell in der Kia-Geschichte, in Europa zu haben sein.

Die lange Motorhaube passt bestens zu der ausgewogenen Optik des Kia Stinger. Sie demonstriert aber auch, dass der „Gran Turismo“ jede Menge Kraft darunter entwickelt. (Foto: Jungmann)
Die lange Motorhaube passt bestens zu der ausgewogenen Optik des Kia Stinger. Sie demonstriert aber auch, dass der „Gran Turismo“ jede Menge Kraft darunter entwickelt. (Foto: Jungmann)

Die Sportlimousine ist inspiriert durch die klassischen Grand Tourer – kraftvolle, elegante Autos, die es ihren Besitzern ermöglichen, stilvoll und schnell zu reisen. In jeder Phase des Entwicklungsprozesses war es das Ziel der Designer und Ingenieure, den perfekten „Gran Turismo“ zu kreieren.

Der Stinger besticht durch seine Ästhetik, sein großzügiges Raumangebot für fünf Personen samt

Gepäck, sein stabiles, ruhiges Fahrverhalten, sein agiles Handling und seine eindrucksvolle, heckbetonte Kraftentfaltung.

Besonders stolz sind die Kia-Ingenieure auf Fahrwerk und Handling des Stinger und betonten in Mailand immer wieder gerne, dass wesentliche Erkenntnisse auf der Nordschleife des Nürburgrings gewonnen und verarbeitet wurden. Überhaupt verweisen sie immer wieder auf die deutschen Einflüsse bei der Design- und Fahrwerksentwicklung des Stinger. Entworfen wurde der Stinger vom europäischen Kia-Designzentrum in Frankfurt unter der Aufsicht von Peter Schreyer, Präsident und Chefdesigner der Kia Motors Corporation, und Gregory Guillaume, Designchef von Kia Motors Europa.

„Bei einem echten Gran Turismo, einem Auto für temperamentvolles Fahren auf langen Strecken, dürfen Leistung, Dynamik und Styling nicht so kompromisslos realisiert werden, dass Luxus, Komfort und Grazie zu kurz kommen“, erläuterte Guillaume. „Im Stinger geht es nicht darum, als Erster am Ziel zu sein, sondern das Fahren zu genießen. Hier geht es um Leidenschaft.“

Der Stinger besticht durch seine Ästhetik, sein großzügiges Raumangebot für fünf Personen samt Gepäck, sein stabiles, ruhiges Fahrverhalten, sein agiles Handling und seine eindrucksvolle, heckbetonte Kraftentfaltung, so die Fachleute weiter.

Von der schnittig-eleganten Front über die schlanken Flanken bis zu den kraftvollen

Hüften strahlt der Stinger ein sportliches Selbstvertrauen aus. Entscheidend für diese Straßenpräsenz sind die voll auf den Heckantrieb zugeschnittenen Proportionen mit langer Motorhaube und kurzem Frontüberhang (830 Millimeter), langem Radstand (2,95 Meter), großem Hecküberhang (1095 Millimeter) und energischen, breiten Schultern. Seine Haltung, seine Proportionen und seine ausgewogene Optik lassen den Stinger eher mit athletischer Eleganz als mit brachialer Aggressivität auftreten.

Stilvoll, schnell und vor allem komfortabel reisen, ohne Geschwindigkeitsrekorde brechen zu wollen: Die Innenausstattung des Kia-Flaggschiffs passt sich diesen Anforderungen wahrlich an. (Foto: Kia)
Stilvoll, schnell und vor allem komfortabel reisen, ohne Geschwindigkeitsrekorde brechen zu wollen: Die Innenausstattung des Kia-Flaggschiffs passt sich diesen Anforderungen wahrlich an. (Foto: Kia)

Alle drei in Europa erhältlichen Motoren des Kia Stinger arbeiten mit Turboladern. Kia rechnet damit, dass sich die meisten europäischen Käufer des Stinger für die Diesel-Motorisierung entscheiden werden: den 2,2-Liter-Turbodiesel mit 200 PS bei 3800 Umdrehungen/Minute (U/min) und 440 Newtonmeter (Nm) Drehmoment (von 1750 bis 2750 U/min). Der moderne Diesel beschleunigt die Sportlimousine in 8,5 Sekunden auf 100 Stundenkilometer und ermöglicht eine Spitzengeschwindigkeit von 225 Stundenkilometern.

Darüber hinaus werden zwei Benziner angeboten. Der 2,0-Liter-Vierzylinder aus der „Theta“-Baureihe mobilisiert 255 PS bei 6200 U/min und ein maximales Drehmoment von 353 Nm (von 1400 bis 4000 U/min). Der stärkste Motor ist der 3,3-Liter-V6 Twin-Turbo („Lambda II“), der über eine Leistung von 370 PS bei 6000 U/min und ein maximales Drehmoment von 510 Nm (von 1300 bis 4500 U/min) verfügt. Mit dieser Topmotorisierung erledigt der Stinger den Sprint von null auf 100 Stundenkilometer in 5,1 Sekunden. So schnell war bisher noch kein Kia-Serienmodell. In der Spitze streben die Kia-Entwickler als Zielwert 270 Stundenkilometer an.

Als erster Kia wird der Stinger wahlweise mit Heck- oder Allradantrieb angeboten. Die Modelle mit Heckantrieb besitzen optional ein mechanisches Sperrdifferenzial, mit dem sich die Antriebskraft gleichmäßig auf die Hinterräder verteilen lässt. Die 4×4-Fahrzeuge besitzen als Standard die zweite Generation des von Kia selbst entwickelten Achtstufen-Automatikgetriebes.

Fazit: Entworfen in Frankfurt, erprobt und ausgefeilt auf dem Nürburgring sind die wesentlichen Stinger-Gene. Übrigens. Preise stehen noch nicht fest.