Giulia wartet auf viele Romeos

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Mit der neuen Giulia schreibt Alfa Romeo ein weiteres Kapitel sportlicher Limousinen und setzt die Tradition einer Giulia der ersten Generation, eines Alfa 156 oder Alfa 159 fort.

Nach vielen Jahren des Stillstands ist die Marke wieder da, und zeigt mit der Top-Version Quadrifoglio, wohin Alfa will: nach oben. Mit unglaublichen 510 PS und einer Spitze von 307 km/h möchten sich die Italiener von den Mitbewerbern im „ABM-Revier“ (Audi, BMW, Mercedes) nicht mehr den Schneid abkaufen lassen.

Mit der neuen Giulia bringt Alfa Romeo eine optische Evolution. Die Ähnlichkeit zu den Vorgängern 156 und 159 ist kein Zufall (Foto: Dönges)
Mit der neuen Giulia bringt Alfa Romeo eine optische Evolution. Die Ähnlichkeit zu den Vorgängern 156 und 159 ist kein Zufall (Foto: Dönges)

Sie hat ihre Liebhaber lange warten lassen, doch wer sich einmal in seine Angebetete verguckt hat, der hat Zeit. Und schließlich ist die Vorfreude bekanntlich die größte Freude. Seit einigen Wochen startet wieder eine Giulia in der Alfa Romeo-Modellpalette durch und zeigt, wie man in Italien das Segment der sportlichen Limousinen definiert. „Endlich“ stöhnen auch die Fans der Marke, die sich auch durch die Irrungen und Wirrungen der vergangenen Jahre mit deutlich zurückgehenden Verkaufserfolgen nicht von ihrer Leidenschaft abbringen ließen. Die Giulietta hat nun eine große Schwester bekommen.

Die Giulia befeuert Emotionen und garantiert ein tolles Fahrvergnügen. Die sportliche Limousine weckt pure Leidenschaft und erzeugt reines Adrenalin. Dafür sorgen spontanes Ansprechverhalten des Motors, optimale Gewichtsverteilung, kurze Schaltwege, die spezielle Radaufhängung, effiziente Bremsen und die präzise arbeitende Lenkung mit der direkten Übersetzung. Der Hinterradantrieb ist nicht nur ein Tribut an die von Erfolgen auf der Rennstrecke geprägte Historie von Alfa Romeo. Er ist auch eine technologische Lösung, die hohe Fahrleistungen ermöglicht und die dynamischen Qualitäten der Giulia unverfälscht erleben lässt.

Das Auto verkörpert den Begriff „La Meccanica delle Emozioni“, auf Deutsch etwa „Technologie aus Emotionen“. Dieser Slogan wird weltweit ausschließlich auf Italienisch verwendet – eine Hommage an das Land, in dem Alfa Romeo vor mehr als einem Jahrhundert gegründet wurde. „La Meccanica delle Emozioni“ steht für Fahrzeuge, die Ingenieurskunst und Leidenschaft kombinieren und italienisches Gespür für Design mit hoher Dynamik verbinden. Die neue Giulia stellt den Fahrer und seine Emotionen in den Mittelpunkt.

Das Innen-Design der Giulia soll den Fahrer in den Mittelpunkt stellen. (Foto: Dönges)
Das Innen-Design der Giulia soll den Fahrer in den Mittelpunkt stellen. (Foto: Dönges)

Zur Wahl stehen drei Ausstattungslinien. Als Antrieb für die Alfa Romeo Giulia und die Alfa Romeo Giulia Super dienen komplett neu entwickelte Motoren. Der Turbodiesel mit 2,2 Litern Hubraum steht in drei Leistungsstufen mit 136, 150 und 180 PS, manuellem Sechsganggetriebe oder einer Achtgang-Automatik zur Verfügung. Das Topmodell Giulia Quadrifoglio wird von einem V6-Benziner mit Biturbo-Aufladung angetrieben, der aus 2,9 Litern Hubraum 510 PS produziert und mit einem Sechsgang-Hand­schaltgetriebe kombiniert ist (CO2-Emissionen zwischen 105 und 198 g/km).

Der Design-Charakter der viertürigen Limousine konzentriert sich auf das Wesentliche. Die einzelnen Elemente summieren sich zu einer skulpturhaften Form, die an eine sprungbereite Katze erinnert. Damit wird ein ausgezeichneter Luftwiderstandswert von 0,25 bei Giulia und Giulia Super beziehungsweise 0,32 bei Giulia Quadrifoglio erreicht.

Die Proportionen spiegeln außerdem das technische Layout wider. Der hintere Teil der Fahrgastzelle liegt direkt über der Hinterachse. Im Zusammenspiel mit der langen Motorhaube und dem über der Vorderachse positionierten Motor wird das Fahrzeug dadurch perfekt ausbalanciert.

Eines der obersten Ziele bei der Entwicklung der neuen Giulia war ultimativer Fahrspaß. Er wird erreicht durch die optimale Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Um dem Optimum von 50:50 möglichst nahe zu kommen, sind Motor, Türen, Kotflügel und wesentliche Teile des Bremssystems und der Radaufhängung aus Aluminium gefertigt. Die weitreichende Verwendung von ultraleichten Werkstoffen wie Kohlefaser für die Kardanwelle und Kunststoff-Verbundmaterial ermöglicht maximale Gewichtsreduktion und beste Fahrwerte.

Diese Maßnahmen führen darüber hinaus zu einem vergleichsweise geringen Leergewicht – beim 2.2 Diesel (180 PS) sind es nur 1374 Kilogramm. Beim 510 PS leisten­den Topmodell Quadrifoglio ist der Leichtbau auf die Spitze getrieben. Hier bestehen auch Motorhaube, Dach, Frontspoiler sowie Heckspoiler und Seitenschweller aus Kohlefaser. Das Fahrzeug kommt so auf ein Trockenge­wicht von 1524 Kilogramm, was einem Leistungsgewicht von 2,99 Kilogramm pro PS entspricht.

Beste Voraussetzungen dafür, dass das Auto stabil auf der Straße liegt, wendige und schnelle Fahrmanöver ermöglicht und dennoch ein hohes Maß an Effizienz an den Tag legt.

Die Giulia bietet eine ganze Reihe von innovativen Technologien. Dazu gehören modernste Sicherheitssysteme. Ein Beispiel dafür ist das integrierte Bremssystem (IBS), das die Wirkungs­weise der elektronischen Assistenzsysteme mit der mechanischen Bremskraftunterstützung vernetzt. Die Folge sind überragend schnell ansprechende Bremsen und kurze Anhaltewege. Alle Ausstattungsversionen sind darüber hinaus serienmäßig mit sechs Airbags, Kollisionswarnsystem autonomer Notbremse inklusive Fußgängererkennung, Spurhalteassistent sowie mit Geschwindigkeitsregelanlage ausgestattet. Die umfassende Sicherheitsausstattung lässt sich zudem durch einen Totwinkel-Assistenten und eine Rückfahrkamera ergänzen.

Exklusiv beim Topmodell Giulia Quadrifoglio zum Einsatz kommen die elektrisch ein- und ausfahrende Spoilerlippe unter dem vorderen Stoßfänger und das elektronisch gesteuerte Sperrdifferenzial, das mit Hilfe einer Doppelkupplung das zur Verfügung stehende Drehmoment aktiv zwischen rechtem und linkem Hinterrad aufteilt.

Die Alfa Romeo Giulia ist mit einem Infotainmentsystem der neuesten Generation mit 6,5- oder 8,8-Zoll-Display (auf Wunsch mit integriertem Navigationssystem), USB-Anschluss, Bedientasten am Lenkrad und einem intuitiv bedienbaren Drehschalter ausgerüstet.

Die Leistungspalette der Giulia beginnt bei vergleichsweise bescheidenen 136 Diesel-PS. Eine Stufe höher ist die Variante mit 150 PS angeordnet, und die Rolle des Spitzensportlers der Selbstzünder-Fraktion übernimmt die 180 PS-Version. Die Benzin-Abteilung vertritt vorerst das Spitzenmodell Quadrifoglio mit dem 2,9-Liter-Biturbo, der 510 PS leistet. Weitere Benziner sollen im Laufe des Jahres folgen. Der Zweiliter-Turbo soll zwischen 200 und 280 PS leisten.

Die Preisliste beginnt derzeit bei 33 100 Euro für den kleinsten Diesel. Die 150 PS starke Version kostet mindestens 34 100 Euro. 37 400 Euro sind es für den großen Diesel, und in der Hochleistungsabteilung endet die Liste mit 71 800 Euro für die Giulia Quadrifoglio mit 510 PS.

Die Giulia ist, so Pressesprecher Sascha Wolfinger, das erste von acht neuen Alfa-Modellen, die kurz- bis mittelfristig auf den Markt kommen. Als nächstes bringt die Fiat-Tochter in 2017 ein SUV, und auch das Nachfolgemodell der Giulietta ist schon in der Pipeline.