Space-Shuttle mit jeder Menge Platz

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Der hessische Autobauer Opel befindet sich in einem deutlichen Aufwärtstrend. Mit 229 400 verkauften Personenwagen im Jahr 2015 in Deutschland verzeichneten die Rüsselsheimer einen Marktanteil von 7,2 Prozent, den sie im Zeitraum Januar bis Mai 2016 mit 103 000 Verkäufen auf 7,4 Prozent steigerten. Bis zum Jahr 2020 sollen 29 neue Produkte auf den Markt kommen – darunter am 24. September der neue Kompaktvan Zafira und der Crossover Mokka X.

Im Schnitt verzeichnete Opel vom bisherigen Zafira hierzulande jährlich 14 000 Zulassungen. Jeder zweite verkaufte Zafira war ein Siebensitzer (im Angerbot ist auch der Fünfsitzer), 62 Prozent der Käufer orderten einen Diesel, 35 Prozent einen Benziner, drei Prozent entschieden sich für eine Flüssig- oder Erdgasvariante. Die meisten Kunden wollen eine höhere Ausstattungsvariante, teilte Marketing-Direktor Jürgen Keller bei der Vorstellung des aktuellen Modells mit. So orderten beispielsweise je 62 Prozent der Käufer die rückengerechten AGR-Sitze und/oder das Navigationssystem. 47 Prozent entschieden sich fürs adaptive AFL-Sicherheitslicht und 44 Prozent für die sogenannte Lounge-Bestuhlung.

Opels neuer Kompaktvan wirkt breiter, massiver, präsenter als sein Vorgänger. Den markanteren Auftritt verschafft dem Zafira unter anderem das „satte“ Heck. (Foto: Dönges)
Opels neuer Kompaktvan wirkt breiter, massiver, präsenter als sein Vorgänger. Den markanteren Auftritt verschafft dem Zafira unter anderem das „satte“ Heck. (Foto: Dönges)

2,7 Millionen Einheiten konnte Opel seit 1999 vom Kompaktvan Zafira weltweit verkaufen. Die revolutionäre Variabilität und die hohe Zuverlässigkeit waren stets mitentscheidende Kaufgründe.

Fünf Prozent aller in Deutschland verkauften Opel sind Zafira. Und dennoch haben sich diese höchst variablen, nett anzuschauenden Fünf- oder sogar Siebensitzer auf unseren Straßen optisch nicht in den Vordergrund gedrängt. Das wird nun anders. Das Design des neuen Opel Zafira hat seine Bescheidenheit abgelegt. Der Van zeigt frisch und selbstbewusst deutlich mehr Präsenz als seine Vorgänger.

„Der Zafira steht jetzt“, so Chef-Designer Uwe Müller, „breit und massiv auf der Straße und wirkt damit wesentlich präsenter als bisher.“ Das Hochbeinige haben die Designer ihm ausgetrieben. Der neue Grill, die aus ihm hervorgehenden Scheinwerfer und das Doppelschwingen-Tagfahrlicht prägen das Gesicht. Die Silhouette mit der kurzen Motorhaube und der flach ansteigenden, weit nach hinten reichenden Windschutzscheibe ist es weniger, die dem Zafira den markanteren Auftritt verschaffen. Es sind mehr das Heck, die Schultern, die größere Breite von 1,93 Metern und die größere Spur.

Dennoch zählen beim Zafira vermutlich auch in Zukunft eher die inneren Werte. Seine Variabilität hat Vorbildcharakter. Den Gipfel findet sie im Lounge-Konzept, bei dem der mittlere der hinteren Sitze zu einem Armlehnen-Tisch zusammengeklappt wird und die beiden äußeren Sitze nach hinten und innen verschoben werden können. So viel Passagierkomfort und damit entspanntes Reisen vermutet kaum jemand in einem Kompaktvan. Und auf alle sinnvollen und komfortablen Details der Innenraumgestaltung gibt es den aus der Heckstoßstange ausziehbaren Fahrradträger noch obendrauf.
Beim Thema Infotainment und Konnektivität kann der ab 21 990 Euro teure Zafira deutlich mehr bieten als der Vorgänger, obwohl man beim ersten Blick auf die neue Armaturentafel einen anderen Eindruck gewinnen kann. Für den Neuen hat Opel die Zahl der Knöpfe und Schalter stark reduziert und dem Zafira die selbe Bedienphilosophie wie dem Astra gegönnt. Deswegen bieten die Rüsselsheimer nun auch beim Zafira die neueste Generation ihres Intelli-Link-Infotainment-Systems an. Dazu gehört das Servicesystem Opel Onstar, bei dem ein Mensch am anderen Ende der Leitung helfen kann. Außerdem wird der Zafira zum WLAN-Hotspot. Und er spricht sowohl mit Apple Car Play als auch mit Android Auto.

Dem Fahrer oder der Fahrerin erleichtert Opel die Arbeit hinter dem sportlichen Lenkrad. (Foto: Dönges)
Dem Fahrer oder der Fahrerin erleichtert Opel die Arbeit hinter dem sportlichen Lenkrad. (Foto: Dönges)

Die Auswahl an Fahrer-Assistenzsystemen passt zum Opel-Anspruch, Hochtechnik über den Preis in die Breite zu bringen. Zum adaptiven Fernlicht kommen die Funktionen wie die adaptive Geschwindigkeits- und Abstandsregelung, die Abstandswarnung und das Warnen vor dem Verlassen der Fahrspur.
Auch beim Motorenprogramm orientiert sich der Zafira am Astra. Es gibt wie bisher ein Angebot an klassischen Benzin- und Dieseltriebwerken, aber auch Erdgas- oder Autogas-Motoren. Das Leistungsspektrum reicht von 120 bis 200 PS. Für den Durchschnittsverbrauch gibt Opel Werte zwischen 4,7 und 9,2 Litern auf hundert Kilometern an, für den Kohlendioxidausstoß 129 bis 182 Gramm pro Kilometer.

Bei der Präsentation der jüngsten Zafira-Generation waren wir mit einem 1,4-Liter-Turbo-Benziner mit 140 PS in der Best-Ausstattung Innovation unterwegs. In diesem Innenraum verbreitet sich schon beim Türöffnen ein ungewöhnliches Ambiente – nicht nur wegen der bespannten Armaturentafel mit klassischen Rundinstrumenten unter einer Hutze, dem neuen, dicken Multi-Funktionslenkrad und den AGR-Sitzen, eher wegen der bis an die B-Säule heranreichenden Windschutzscheibe.
Die Sicht nach oben ist also jederzeit gewährleistet, wenn man nicht das Rollo nach vorne zieht. Die Sicht fällt für einen Van mit so weit vorn liegender erster A-Säule ungewöhnlich gut aus. Das Dreieckfenster zwischen erster und zweiter A-Säule ist groß und die erste Säule so dezent gehalten, dass beim Blick nach außen nichts stört. Auch die Rundumsicht lässt wenig zu wünschen übrig. Für den Rest sorgt die Rückfahrkamera.
Mit den drei Fahrmodi „Eco“, „Tour“ und „Sport“ lässt sich das Auto per Knopfdruck beeinflussen. Wir fanden das Fahrverhalten auch unter „Sport“ nicht zu ambitioniert und straff. Der Zafira lässt sich aus seiner eher komfort-orientierten Grundhaltung nur in Maßen herausbringen. Er ist eben ein Reisewagen für die große Familie und für tausend andere Verwendungen, dank seiner Variabilität mit mehr als 30 Möglichkeiten, an Bord Kleines und Großes zu verstauen.

Opel-Pressesprecher Michael Blumenstein brachte es auf den Punkt: „Der Zafira ist ein waschechtes Space-Shuttle mit jeder Menge Platz für Passagiere und Gepäck.“