Kleines hübsches Schmuckstück

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Wer im Segment der Kleinwagen nach einer Alternative zu VW Polo, Opel Corsa, Ford Fiesta oder den koreanischen Herstellern sucht, der wird vielleicht auch dem nächstgelegenen Mazda-Händler einen Besuch abstatten und dort fündig werden. Der Mazda 2 hebt sich in Design und Ausstattung von der Masse seiner Mitbewerber ab.

Wir hatten den kleinen Japaner mit der 75-PS-Einstiegsversion mit 1,5 Litern Hubraum im Fahrtest. Um es vorweg zu nehmen: Eine Rennmaschine ist der so motorisierte Mazda 2 nicht, kann er auch nicht sein. Ein kleines Schmuckstück mit alles in allem passablen Fahrwerten ist der frontgetriebene Benziner aber schon.

Sportlich-elegant präsentiert sich der Innenraum des kleinen Mazda 2. Das Cockpit stellt den Fahrer vor keine Probleme. (Foto: Dönges)
Sportlich-elegant präsentiert sich der Innenraum des kleinen Mazda 2. Das Cockpit stellt den Fahrer vor keine Probleme. (Foto: Dönges)

Es gibt nicht viele so schön gezeichnete Autos im B-Segment. Der Mazda 2 kann und will die Verwandtschaft zum großen Bruder Mazda 3 – seit seiner Markteinführung eines der Volumenmodelle des Herstellers – nicht verleugnen. Optisch ist der 2er ein kleiner 3er. Das wird schon deutlich durch die gegenüber dem Vorgängermodell um 14 Zentimeter auf 4,06 Meter gewachsene Außenlänge. Die Überhänge wurden verkürzt; der Radstand nahm um acht Zentimeter (2,57 Meter) zu und verschafft damit den Passagieren deutlich mehr Platz auf gut ausgeformtem Gestühl. Neben dem Fahrer bietet der Mazda 2 vier weiteren Mitreisenden einen Sitzplatz an. Auf längeren Strecken reicht es hinten – bauartbedingt – nur für zwei Erwachsene, wenn sie bequem unterwegs sein wollen. Ihre Plätze erreichen die Passagiere über die vier Türen, die im Mazda 2 grundsätzlich eingebaut sind.

Fürs Gepäck stehen ihnen im Normalfall 280 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Im Bedarfsfall können die Rücksitze umgeklappt werden, wodurch sich der Gepäckraum auf maximal 950 Liter erweitert. Die weit öffnende Heckklappe ermöglicht eigentlich ein leichtes Be- und Entladen, die Ladekante ist aber mit 73 Zentimetern hoch und die 25 Zentimeter darunter liegende Ladefläche sehr tief.

Bleiben wir im Innenraum. Für ein Auto in diesem Segment geht’s sehr komfortabel zu. Die vom Hersteller verbauten Materialien sind optisch und haptisch von großer Qualität und zudem sehr ordentlich verarbeitet. So entsteht ein sportlich-elegantes Ambiente.

Das gilt auch und vor allem für den Platz des Fahrers. Die Bedieneinheiten stellen ihn (oder sie) vor keine Probleme, sie sind intuitiv zu steuern. Unser Testfahrzeug in der mittleren Ausstattungslinie Exclusive-Line verfügte über den dafür vorgesehenen Drehknopf und über das große 7-Zoll-Farbdisplay. Durch beides wird das Handling des Mazda 2 erheblich einfacher.

Satt und breit steht der Mazda 2 auf den Rädern. Die Heckklappe schwingt weit auf, die Ladekante ist allerdings relativ hoch angesetzt. (Foto: Dönges)
Satt und breit steht der Mazda 2 auf den Rädern. Die Heckklappe schwingt weit auf, die Ladekante ist allerdings relativ hoch angesetzt. (Foto: Dönges)

Die Schaltung ist perfekt geführt und in der Leistungsklasse mit 75 PS und fünf Gängen ausreichend. In Zusammenarbeit mit dem 1,5-Liter-Aggregat schwimmt der Mazda 2 problemlos im Verkehr mit, lässt sich dann sogar relativ schaltfaul fahren. Zum Renner wird der so motorisierte 2er jedoch nicht. Fürs flotte Vorankommen sind fleißige Schaltvorgänge und hohe Drehzahlen notwendig (maximales Drehmoment von 135 Newtonmetern bei 3800 U/min), weil der große Gang lang gestuft ist und kaum Beschleunigung zulässt. Ein Turbolader, den Mazda nicht anbietet, könnte dem entgegen wirken. Der Geräuschpegel im Wageninneren bleibt aber auch bei hohen Drehzahlen angenehm.

Mazda gibt den durchschnittlichen Spritverbrauch mit 4,7 Litern/100 Kilometer an (CO2-Emissionen 110 g/km). Wir errechneten im Testdurchschnitt bei normaler Fahrweise genau einen Liter mehr.

Pluspunkte heimste der Kleinwagen aus Fernost für sein Äußeres ein. Der spitz zulaufende Kühlergrill und die Scheinwerfer, die den Augen von Raubkatzen ähneln, verleihen dem Mazda 2 ein kraftvoll-sportliches Auftreten. Hohe und breite Schultern und die Betonung der Breite (1,70 Meter) lassen den 2er im Rückspiegel des Vorausfahrenden imposant wirken.

Der nahezu komplett ausgestattete Mazda 2 ist kein „Billigheimer“. Die Exclusive-Line startet bei 15 690 Euro. Mit, wie in unserem Testwagen, Navigationssystem, LED-Scheinwerfern, Licht- und Regensensor, Einparkhilfe und anderen Nettigkeiten an Bord kostet der kleine Große knapp über 18 000 Euro. Dafür gibt’s einen Kleinwagen mit opulenter Ausstattung und sportlicher Fahrwerksabstimmung, dem eigentlich nichts fehlt.

Vielleicht etwas mehr Mumm. Den bietet Mazda mit den weiteren 1,5-Liter-Motoren an, die zwischen 90 und 115 PS auf die Straße bringen.