Amarok legt eine Schippe drauf

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Seit 2009 gehört er zum Angebotsportfolio, und bisher wurde er über 450 000 Mal produziert. Jetzt hat sich Volkswagen Nutzfahrzeuge für eine Neuausrichtung des Pickups Amarok entschieden: Ab September gibt es das Schwergewicht nur noch mit einem V6-Diesel und mit Doppelkabine.

Die Neupositionierung als Premiumfahrzeug im Segment geht einher mit einem Facelift, einer Aufwertung des Innenraums und aktuellem Infotainment inklusive Smartphoneeinbindung und Onlinediensten.

Mit dem neuen Amarok legt VW mehr als eine Schippe drauf: Der Souveränität und Robustheit ausstrahlende Draufgänger bekommt ein aus dem Audi Q7 für die speziellen Anforderungen im Nutzfahrzeugbereich leicht modifiziertes und größeres „Herz“.

Der Fahrgastraum des Pickup-Amarok steht dem eines Personenwagens in Komfort und Übersichtlichkeit nicht nach. (Foto: Dönges)
Der Fahrgastraum des Pickup-Amarok steht dem eines Personenwagens in Komfort und Übersichtlichkeit nicht nach. (Foto: Dönges)

Mit dem neuen 3,0 l-V-Sechszylinder steht Amarok-Fahrern ein Liter Hubraum mehr zur Verfügung. Der Pickup, der auf der Straße wie im Gelände zuhause ist, erreicht 224 PS.

Der agile Diesel erfüllt, so VW-Produktsprecher Andreas Gottwald, die Kundenwünsche nach hoher Durchzugskraft bei niedrigen Drehzahlen. So ist bereits bei 1500 Umdrehungen pro Minute das maximale Drehmoment von 550 Newtonmetern (Nm) abrufbar (130 Nm mehr als im Vorgänger). Damit ist für ausreichend Schub und Durchzugskraft in allen Fahrsituationen gesorgt.

Die lang ausgelegten höchsten Gänge des Sechsgang-Schalt- oder Achtgang-Automatikgetriebes senken bei konstant schneller Fahrt das Drehzahl- und Verbrauchsniveau und leisten so ihren Beitrag zu geringen Fahrgeräuschen und niedrigen CO2-Emissionswerten. Den kombinierten Verbrauch des neuen Amarok mit 224 PS und Achtgang-Automat gibt Volkswagen Nutzfahrzeuge mit voraussichtlich 7,6 Litern/100 Kilometer (ausstattungsabhängig) an. Das entspricht 199 Gramm CO2/km als Bestwert.

Der Motor ist auf Langlebigkeit und Robustheit ausgelegt. Insgesamt stehen für den Amarok drei Leistungsstufen des 3,0 l-TDI mit exakt 2967 Kubikzentimetern Hubraum zur Wahl. Sie erreichen 163, 204 oder eben satte 224 PS. Sie alle erfüllen die neueste EU-6-Abgasnorm. Als erstes steht zunächst das leistungsstärkste Aggregat zur Verfügung, das beim Kickdown des Gaspedals kurzzeitig noch einmal 15 PS mehr bereitstellt.

In Abhängigkeit zur Motorleistung gibt es drei unterschiedliche Antriebsvarianten mit klassischem Heckantrieb sowie 4Motion, entweder mit Heckantrieb und zuschaltbarer Vorderachse in Kombination mit Handschaltung oder mit permanentem Allradsystem und Torsen-Differenzial mit dem Achtgang-Automatikgetriebe. Die im Amarok neue, in Europa serienmäßige Servotronic-Lenkung trägt dazu bei, dass sich das Schwergewicht präzise steuern lässt. 17-Zoll-Bremsscheiben an der Vorderachse des 224 PS-Amarok und 16-Zoll-Scheiben hinten sorgen dafür, dass der leistungsstarke Pickup schnell und sicher zum Stehen kommt. Auch die Multikollisionsbremse ist serienmäßig an Bord.

Trotz komfortabler Doppelkabine bleibt dem Amarok eine 2,5 Quadratmeter große Ladefläche, auf die eine Europalette quergestellt passt. (Foto: Dönges)
Trotz komfortabler Doppelkabine bleibt dem Amarok eine 2,5 Quadratmeter große Ladefläche, auf die eine Europalette quergestellt passt. (Foto: Dönges)

Eine athletischere Front und eine gänzlich neue Instrumententafel betonen den starken Amarok-Auftritt. Sie machen das in den Ausstattungslinien Trendline und Aventura erhältliche Fahrzeug zusammen mit den neuen, ergonomischen und mit dem Gütesiegel „Gesunder Rücken“ ausgezeichneten Sitzen wertiger. Das Design entspricht der aktuellen Volkswagen-DNA.

Mit einer Länge von 5,25 Metern und einer Breite von 2,23 Metern (inklusive Spiegel) erfüllt der Amarok alles, was Kunden von einem klassischen Pickup erwarten.

Die neue, in Wagenfarbe lackierte Sportsbar des Launchmodells Aventura verlängert optisch die Doppelkabine des Amarok nach hinten und überdeckt zugleich einen kleinen Teil der 2,52 Quadratmeter großen Ladefläche in der Cargo-Box. Darüber hinaus sind für die Cargo-Box verschiedene Stylingbars und Abdeckungen genauso erhältlich wie Laderaumbeschichtungen oder Hardtops.

Auf die Ladefläche des viertürigen Amarok geht weiterhin eine Europalette quer. Je nach Ausstattungsvariante sind Nutzlasten von über einer Tonne und Anhängelasten bis zu 3,5 Tonnen möglich.

Die Felgengrößen der verschiedenen Ausstattungsstufen werden angehoben und stärken den Auftritt des Kraftsportlers. Beim Amarok Aventura kommen 20-Zoll-Leichtmetallfelgen ebenso zum Einsatz wie das von einer Rückfahrkamera unterstützte Einparkassistent-System Park Distance Control. BiXenon-Scheinwerfer, LED-Tagfahrlicht, LED-Kennzeichenbeleuchtung sowie LED-beleuchtete Seitenschweller unter den Türen machen den imposanten Auftritt des Aventura komplett.

Trotz emotionaler Neuausrichtung ist der Amarok ein „Arbeitstier“ geblieben. Eine Differenzialsperre sowie der Offroad-Modus mit Bergan- und -abfahrhilfe und speziellem Gelände-ABS sorgen für den artgerechten Auftritt. Die Steigfähigkeit liegt bei 100 Prozent, beziehungsweise 45 Grad – bei voller Beladung. Eine Untersetzung bleibt auf Wunsch dem Handschalter vorbehalten. Der Wandler der Automatik kann nach Ansicht von VW gut darauf verzichten.

Der neue Motor verteuert den Amarok bei wertigerer Ausstattung um knapp 950 Euro netto. Einen V6 gibt es ansonsten im Segment ebenso wenig wie eine Achtgang-Automatik. Und die coolen Matttöne des Aventura hat sonst auch kein anderer Anbieter im Programm.

Zunächst kommt der Aventura zum Basispreis von 55 365 Euro brutto. Das Einstiegsmodell startet im zweiten Quartal 2017 ab 30 607 Euro.