Mazda sieht Potenzial beim Diesel

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Nach den beiden Geländegängern CX-5 und CX-3 ist der Mazda3 das erfolgreichste Modell im Angebots-Portfolio der Japaner in Deutschland. Neun von zehn Käufer bestellen die Kompaktlimousine mit Benzinmotor. Das hält den Hersteller nicht davon ab, den Golf-Konkurrenten ab Juni mit einem zusätzlichen Selbstzünder an den Start zu bringen. Der Vierzylinder leistet 105 PS und hat sich bereits in den Modellen Mazda2 und CX-3 bewährt.

Wie dessen größerer Bruder, der seit 2012 angebotene 2,2-Liter-Vierzylinder, gehört das Aggregat zu den Skyactiv-Motoren der japanischen Marke, die sich durch vorzeigbare Leistungswerte, Effizienz und Abgas-Armut auszeichnen sollen.

Designmäßig spielt der japanische Hersteller mit seinem Mazda3 in der ersten Liga. (Foto: Dönges)
Designmäßig spielt der japanische Hersteller mit seinem Mazda3 in der ersten Liga. (Foto: Dönges)

Seine besonderen Eigenschaften verdankt der Motor unter anderem der Tatsache, dass er für einen Selbstzünder sehr niedrig verdichtet ist. Während Dieselmotoren anderer Hersteller mit Kompressionen von 17:1 oder höher arbeiten, bekommt der Mazda ein zündfähiges Gemisch schon bei 14,8:1 hin. Das hat zur Folge, dass die Absonderung von Stickoxiden geringer ausfällt und die Euro-6-Norm ohne zusätzliche Abgasnachbehandlung erfüllt werden kann.

„Moderne Diesel sind sauber und sparsam. Es gibt bei den Herstellern unterschiedliche Strategien für die Diesel-Motoren. Unsere Skyactiv-Aggregate sind leise, vibrationsarm, sauber und sparsam. Sie bieten noch viel Potenzial“, verspricht Mazda-Presse-Direktor Jochen Münzinger. Er und Geschäftsführer Bernhard Kaplan sehen aus dieser Überzeugung heraus keinen verstärkten Anlass zur Intensivierung der Elektrotechnologie.
Auf dem Prüfstand unterschreitet der neue 1,5-Liter-Motor die Grenze von 100 Gramm Kohlendioxid je Kilometer (99), was auf 3,8 Liter je 100 Kilometer Verbrauch hochgerechnet wurde. Obwohl Mazda-Motoren in dem Ruf stehen, mit ihren Prospektwerten durchaus nahe am tatsächlichen Spritkonsum auf der Straße zu sein, konnte der Prüfstandwert bei einer Überland-Testfahrt von rund 150 Kilometern nicht ganz erreicht werden. 5,1 Liter zeigte der Bordcomputer als Verbrauch an – ein immer noch guter Wert.
Der Motor erfüllte alle in ihn gesetzten Erwartungen an Geräuschemission und Laufkultur. Ein überschäumendes Temperament ist ihm nicht zu bescheinigen, aber es trifft sich gut, dass das Auto nicht mehr als 1300 Kilogramm wiegt und so mit einem Spurtvermögen von elf Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h über 270 Newtonmeter (Nm) Drehmoment, geregelt durch die präzise Sechsgang-Hand- oder Automatikschaltung (Verbrauch 4,4 Liter, CO2-Ausstoß 114 g/km) aufwarten kann.

Zur Bequemlichkeit auf der Langstrecke trägt bei, dass bei Nutzung der Geschwindigkeitsregelanlage und notwendigem Gangwechsel das Tempo nicht neu eingestellt werden muss, sondern vom System beibehalten wird. Darüber hinaus dürfen die Kunden, die ab Juni auf das Auto zugreifen können, sich über die bekannten Fahr- und Komforteigenschaften freuen, die den Mazda3 seit jeher auszeichnen. Ohne Mühe erreichte der Mazda3 Skyactiv-D 105 die versprochene Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h.
Ab 23 190 Euro ist das Fahrzeug in der Basisausstattung mit manuellem Getriebe erhältlich. Die Version mit automatischer Sechsgang-Schaltung wird mit 24 990 Euro berechnet.

Als Appetithappen für neue Kunden hat Mazda das Sondermodell Nakama aufgelegt. Dessen Basis bildet die Ausstattungslinie Center-Line mit Touring-Paket. Als Highlight werden erstmals Sitzbezüge aus einer Leder-Alcantara-Kombination in Schwarz angeboten. Hinzu kommen das Licht-Paket, bestehend aus Bi-Xenon-Scheinwerfern mit automatischer Leuchtweitenregulierung und Scheinwerferreinigungsanlage, LED-Tagfahrlicht und LED-Rückleuchten sowie 18-Zoll-Leichtmetallfelgen in Titangrau und eine Rückfahrkamera. Der Wert der Mehrausstattung addiert sich laut Hersteller auf 2300 Euro, der Mehrpreis liegt lediglich bei 1000 Euro. Das Mazda SD-Navigationssystem mit 3D-Kartendarstellung ist für 690 Euro optional erhältlich.

Die in Deutschland eher selten georderte viertürige Limousine steht mit 23 690 Euro in der Preisliste.