Sportage wird seinem Namen gerecht

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Seit 18 Jahren arbeiten Hyundai und Kia Hand in Hand. Beide Hersteller gehören zu einem Konzern. Als Strategie galt anfangs, dass Hyundai eher die Familienautos, Kia mehr die sportlichen Fahrzeuge baut. Von dieser Linie sind beide längst abgewichen. Mit dem Kompakt-SUV Sportage wird deutlich, wo Kia seine Zukunft sieht.

Seit der ersten Generation des Sportage stellt nicht nur der Name des erfolgreichen Crossovers klar, wo das Auto positioniert ist. Gutes Design, gute Verarbeitung, aktuelle Helferlein, eine ordentliche Technik und die offensive Preisgestaltung sprechen eine deutliche Sprache.

Anfang des Jahres präsentierten die Koreaner schon die vierte Generation des Sportage. Wir entschieden uns für unseren Fahrtest für die ausgereifte Generation drei, die sich nach wie vor sehen lassen kann.

Den Kia Sportage gibt es seit Anfang des Jahres in der vierten Generation. (Foto: Dönges)
Den Kia Sportage gibt es seit Anfang des Jahres in der vierten Generation. (Foto: Dönges)

Mit dem Zwei-Liter-Allrad-Diesel CRDi mit 184 PS und Automatikgetriebe fuhr die Topmotorisierung der dritten Sportage-Generation vor. Sie gibt es ausschließlich in der Top-Version Spirit mit einer Ausstattung, die fast keine Wünsche offen lässt. Vom Abbiegelicht, Xenon-Scheinwerfern und LED-Tagfahrlicht bis zu Teilledersitzen mit Sitzheizung vorne und hinten, vom 7-Zoll-Bildschirm der intuitiv zu bedienenden Navigation bis zur Rückfahrkamera mit Parksensoren, von getönten Scheiben bis 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und einigem mehr besitzt der 34 000 Euro teure Sportage vieles, was ihn komfortabel, schick und sicher macht. In der von uns gefahrenen Ausstattung mit Panoramadach (900 Euro), Automatikgetriebe (1500 Euro), intelligentem Parksystem (590 Euro) und Metallic-Lackierung (530 Euro) summierte sich der Kaufpreis auf 37 550 Euro.

Damit ist der Kia kein Schnäppchen, aber angesichts der Größe des Wagens und seiner Ausstattung ein faires Angebot.

Die Konkurrenz für den Crossover hat es indes in sich. Sie beginnt bei den kleineren Geländegängern Opel Mokka, Peugeot 2008 oder Citroën Cactus, geht über den Mitsubishi ASX, Ford Kuga, Hyundai Tucson und endet beim VW Tiguan, Audi Q3 oder BMW X3.

Bei einem Schönheitswettbewerb in diesem Umfeld wäre der Sportage sicher in der Spitzengruppe angesiedelt. Das Auto wirkt mit seiner Keilform sportlich-dynamisch. Und genau das ist es auch in der von uns gefahrenen Motorisierung. Satte 392 Newtonmeter (Nm) Drehmoment, aus dem Stand auf hundert Stundenkilometer in neun Sekunden und ein Vortrieb der Tachonadel auf cirka 200 km/h sind durchaus eindrucksvoll. Nach Werksangaben benötigt der Diesel knapp über sechs Liter Sprit auf hundert Kilometern (CO2-Ausstoß 158 g/km). Wir lagen allerdings mit durchweg sportlicher Fahrweise bei knapp über neun Litern und empfanden dabei die ruckfrei arbeitende Automatik besonders angenehm.

Ein sicheres Fahrgefühl vermittelten die erhöhte Sitzposition und die sehr gute Rund-um-Sicht.

Das Interieur lässt erahnen, dass Kia den Sportage auch im Gelände sieht. Die großflächigen Kunststoff-Flächen sind pflegeleicht, Chic und Charme bleiben allerdings ein Stück weit auf der Strecke (die vierte Generation des Crossovers wirkt im Innenraum deutlich hochwertiger). Dafür sind die Bedieneinheiten logisch angeordnet und stellen den Fahrer vor keine Rätsel. Lediglich das für unser Empfinden zu flach stehende Lenkrad gibt Anlass zur Kritik.

Das Gepäckabteil schreibt mit 465 bis 1353 Litern Fassungsvermögen segment-taugliche Werte, ist eben und über die niedrige Ladekante problemlos zu bestücken. Dabei bleibt festzuhalten, dass unter dem Ladeboden ein vollwertiges Ersatzrad Platz findet.

Fazit: Der Sportage erhielt von jungen und betagten Autofreunden im Umfeld viel Lob für sein Design und mehr als einmal einen Pluspunkt dafür, dass die Türen vorne und hinten mit einem satten „Blubb“ ins Schloss fallen.