Verkaufsbilanz: Fast alle legen zu

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Die Autohersteller haben im zurückliegenden Jahr durchweg positive Verkaufsbilanzen geschrieben. Der Absatz war allgemein zufriedenstellend, wenn auch nach Regionen unterschiedlich. Selbst die Nobelmarke Rolls-Royce verzeichnete in Deutschland einen Verkaufsrekord mit 116 Auslieferungen (+27 %).

Von den großen Herstellern hatte lediglich Volkswagen mit der Abgasaffäre zu kämpfen. Die Verunsicherung der Kaufinteressenten scheint sich aber zu legen. Deutsche Autokäufer fragen seit Ende des vergangenen Jahres wieder auf durchschnittlichem Niveau VW-Dieselmodelle nach.

Nachfolgend ein Überblick zu den Verkaufszahlen 2016 der einzelnen Hersteller:

Volkswagen: Europas größter Autobauer hat 2015 weltweit 5 823 400 Pkw ausgeliefert. In Westeuropa lieferte VW im vergangenen Jahr insgesamt 1,5 Millionen Personenwagen aus und steigerte sich damit um 4,7 Prozent. Teils deutlich zulegen konnte die Marke dabei in Deutschland (+3,9 %), Spanien (+13,9 %) und Italien (+5,8 %). Zuwächse in Zentral- und Osteuropa gab es beispielsweise in Tschechien (+42,1 %) und Polen (+8,5 %).
Bei den leichten Nutzfahrzeugen musste Volkswagen Einbußen hinnehmen. Der Absatz von Transportern und Lieferwagen ging um 3,5 Prozent auf 430 800 Stück zurück. Das Minus in Deutschland lag mit 111 100 Fahrzeugen bei 7,5 Prozent.

Škoda: Der VW-Ableger hat 2015 die weltweiten Auslieferungen um 1,8 Prozent auf 1 055 500 Fahrzeuge gesteigert. Im Dezember legten die Verkäufe weltweit auf 86 600 Einheiten (+5,7 %) zu. Dies war der bislang beste Dezember in der Unternehmensgeschichte.

In Westeuropa wuchs Škoda 2015 um 4,3 Prozent auf 430 900 Auslieferungen. In seinem weltweit zweitstärksten Markt Deutschland steigerte der Hersteller im vergangenen Jahr die Auslieferungen auf 158 700 Fahrzeuge (+6,2 %).

Porsche: Mit 225 121 Fahrzeugen hat Porsche im vergangenen Jahr einen weiteren Absatzrekord eingefahren. Die Bestmarke des Vorjahres wurde um 19 Prozent übertroffen. Als Wachstumsträger haben die SUV die klassischen Sportwagen aus Stuttgart überholt.

Bestseller ist das jüngste Mitglied der Modellfamilie: Mit mehr als 80 000 ausgelieferten Autos avancierte der Macan bereits im ersten Jahr seiner vollen Verfügbarkeit zum gefragtesten Porsche. Dicht dahinter folgt der Cayenne (73 119).

Die Markenikone 911 verzeichnete mit knapp 32 000 ausgelieferten Einheiten im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von vier Prozent. Der Cayman legte leicht zu (+1 %), Panamera und Boxster blieben hinter dem Niveau des Vorjahres. Grund dafür ist der anstehende Modellwechsel.
Stärkster Einzelmarkt war 2015 erstmals China: Dort lieferte Porsche 58 009 Fahrzeuge aus. Gegenüber 2014 entspricht dies einem Plus von 24 Prozent. Die USA sind mit 51 756 Fahrzeugen und einem Zuwachs von zehn Prozent an zweiter Position. Der europäische Markt wuchs ebenfalls um 24 Prozent auf 75 354 Einheiten. Deutschland ist hier mit insgesamt 28 953 verkauften Fahrzeugen (+ 21 %) der stärkste Einzelmarkt.

Jaguar und Land Rover: Der Premium-Hersteller hält die Drehzahl hoch. 2015 erzielten die beiden britischen Marken bei den Neuzulassungen in Deutschland Zuwachsraten von rund 18 beziehungsweise 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr und übertrafen damit deutlich die Entwicklung des deutschen Gesamtmarktes, der ein Plus von 5,6 Prozent verzeichnete. Zusammengerechnet bilanziert Jaguar Land Rover für das Jahr 2015 in Deutschland 23 203 Pkw-Neuzulassungen – eine Steigerung um 22,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Insgesamt summiert sich der Land Rover-Absatz 2015 in Deutschland auf 18 216 Einheiten. Hinzugerechnet werden müssen noch rund 3100 Exemplare des Klassikers Land Rover Defender, der unter den leichten Nutzfahrzeugen eingruppiert wird.
Jaguar legte auf dem deutschen Automarkt im abgelaufenen Jahr auf 4987 Verkäufe zu. Erfolgreich gestartet ist der erst zur zweiten Jahreshälfte eingeführte XE mit rund 1800 Neuzulassungen.

Weltweit verkauften die beiden Marken im vergangenen Jahr 487 065 Fahrzeuge – eine Steigerung um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit 2009 haben sich die Verkaufszahlen damit mehr als verdoppelt. Deutschland ist für Jaguar und Land Rover im internationalen Vergleich der viertgrößte Einzelmarkt.

Von der rassigen Sportwagen-Ikone Porsche bis zum Kleinwagen Opel Karl legten die Autobauer in allen Fahrzeugsegmenten im zurückliegenden Jahr in den Verkaufsbilanzen zu. (Foto: Dönges)
Von der rassigen Sportwagen-Ikone Porsche bis zum Kleinwagen Opel Karl legten die Autobauer in allen Fahrzeugsegmenten im zurückliegenden Jahr in den Verkaufsbilanzen zu. (Foto: Dönges)

Opel: Die Rüsselsheimer haben 2015 mit mehr als 229 000 Pkw-Neuzulassungen in Deutschland das beste Verkaufsergebnis seit 2011 erzielt. Der Zuwachs um rund 10 300 Einheiten gegenüber dem Vorjahr entspricht einem Plus von 4,7 Prozent. Allein im Monat Dezember verbuchte die Marke mehr als 18 800 Pkw-Neuzulassungen (+15%). Der Marktanteil stieg damit gegenüber dem Vorjahresmonat auf 7,6 Prozent (+0,5%) und damit auf den besten Dezember-Wert seit vier Jahren.

2015 lieferte Opel in Europa mehr als 1,1 Millionen Autos (+3,3 %) aus. Der Anteil am Gesamtmarkt wuchs damit im dritten Jahr in Folge auf rund 5,8 Prozent.

Darüber hinaus hat Opel mehr als 100 000 leichte Nutzfahrzeuge verkauft, was einem Zuwachs von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Daimler: Mercedes-Benz hat im vergangenen Jahr insgesamt 1 871 511 Pkw (+13,4%) abgesetzt und verbuchte damit das fünfte Rekordjahr in Folge. Das Jahr 2015 endete für die Marke zudem mit dem bisher absatzstärksten Dezember (178 017 Einheiten, +9,1 %) und dem besten Quartal (495 159 Einheiten, +8,8 %).

In Europa wurden in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt 798 852 Mercedes-Benz (+10,5 %) an Kunden übergeben. Die Verkäufe stiegen in Deutschland von Januar bis Dezember um 4,7 Prozent.
Mercedes-AMG konnte im Jahr 2015 insgesamt 68 875 Einheiten (+44,6%) neu zulassen. Damit hat sich der Absatz in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt.

In den vergangenen zwölf Monaten wurden außerdem 119 398 Smart verkauft (+32,9 %).

BMW: Die BMW Group hat zum fünften Mal in Folge Rekordabsätze geschrieben. Insgesamt 2 247 485 Fahrzeuge (+6,1%) der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce wurden 2015 an Kunden in der ganzen Welt ausgeliefert.

Die Marke BMW erzielte mit 1 905 234 Auslieferungen und einer Steigerung um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr ebenfalls den fünften Absatzrekord in Folge.
Der Absatz der elektrifizierten i-Modelle erhöhte sich in den vergangenen zwölf Monaten um 65,9 Prozent auf 29 513 Auslieferungen.

Mini steigerte mit 338 466 verkauften Fahrzeugen seine Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent.

Europa war für die BMW-Gruppe mit einem Jahresabsatz von 999 669 Einheiten (+9,4 %) ein wichtiger Wachstumstreiber.

Die Münchener haben 2015 mit 136 963 verkauften Einheiten außerdem 10,9 Prozent mehr Motorräder und Maxi-Scooter als 2014 ausgeliefert.

Audi: Der Ingolstädter Premium-Hersteller hat2015 weltweit 1 803 250 Fahrzeuge (+3,6 %) verkauft. Im Dezember entschieden sich 158 450 Kunden (+5,6 %) für einen Neuwagen der Marke. Damit verzeichnete das Unternehmen den 72. Monat in Folge Zuwächse. Die europäischen Verkäufe erhöhten sich um 4,8 Prozent auf rund 799 950 Einheiten. Im letzten Monat des Jahres, dem ersten vollen für den neuen A4, kletterte der Europa-Absatz um 17,5 Prozent auf rund 57 650 Automobile. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hat Audi damit seinen Jahresabsatz in Europa um fast ein Viertel gesteigert.

In Deutschland verkaufte Audi mit 270 063 Autos (+5,7 %) mehr als je zuvor.

Im dritten Jahr in Folge steigerte Mazda seine Absätze in Deutschland. Zum positiven Trend trägt das neue SUV CX-3 wesentlich bei. (Foto: Mazda)
Im dritten Jahr in Folge steigerte Mazda seine Absätze in Deutschland. Zum positiven Trend trägt das neue SUV CX-3 wesentlich bei. (Foto: Mazda)

Nissan: Die japanische Automarke schreibt hierzulande einen Rekord nach dem anderen. Erstmals seit 1996 ist Nissan wieder absatzstärkster japanischer Hersteller in Deutschland. Während der Pkw-Gesamtmarkt gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent auf 3,2 Millionen Fahrzeuge zulegte, verzeichnete Nissan ein überdurchschnittliches Wachstum von 11,7 Prozent. Wie schon 2014 ist Nissan mit diesem Ergebnis die am stärksten wachsende Volumenmarke mit mehr als zwei Prozent Marktanteil.

Insgesamt 69 835 Pkw-Neuzulassungen entsprechen einem leichten Marktanteilsplus von 0,1 Punkten auf 2,2 Prozent. Inklusive der leichten Nutzfahrzeuge kommt das Unternehmen in Deutschland auf 75 614 Einheiten – ein Zuwachs von 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Volvo: Die Schweden haben 2015 weltweit in 100 Ländern 503 127 Fahrzeuge (+8%) abgesetzt. In Europa stiegen die Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahr um 10,6 Prozent auf 269 249 Einheiten – das sind 53,5 Prozent des gesamten weltweiten Absatzes des Unternehmens. In Deutschland konnte Volvo mit 36 120 neu zugelassenen Pkw ein Plus von über 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielen und einen Marktanteil von 1,13 Prozent erreichen.

Renault: Der französische Hersteller und seine Tochter Dacia haben 2015 insgesamt 177 443 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (+2,7%) in Deutschland abgesetzt und erreichten einen Marktanteil von 5,2 Prozent. Renault verkaufte im vergangenem Jahr insgesamt 129 986 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (+6,5%) auf dem deutschen Markt. Im reinen Pkw-Markt setzte die Marke Renault 110 584 Einheiten ab. Dies entspricht einem Zuwachs von fünf Prozent, während sich der Marktanteil mit 3,5 Prozent auf Vorjahresniveau etablierte. Mit 19 402 verkauften leichten Nutzfahrzeugen setzte Renault 15,9 Prozent mehr Einheiten ab als im Vorjahr.

Dacia verkaufte in Deutschland im vergangenen Jahr 47 457 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Das sind rund 3300 Autos weniger als 2014. Der Marktanteil ging leicht auf 1,38 Prozent zurück.

Jeep: Der Erfinder des Geländewagens hat im vergangenen Jahr weltweit 1 237 583 Fahrzeuge (+22%) verkauft. Das ist das beste Ergebnis in der 75-jährigen Geschichte des Unternehmens. Allein in den USA legten die Verkäufe um 25 Prozent auf 865 028 Einheiten zu. In der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika stieg der Absatz um 56 Prozent und in Lateinamerika um 135 Prozent. Der Dezember schloss als bester Verkaufsmonat in der bisherigen Firmengeschichte ab – sowohl weltweit (127 879 Einheiten) als auch in den USA (89 654 Einheiten).

Ein Absatzplus von mehr als 40 Prozent verzeichnete Mitsubishi. Der Crossover ASX ist dabei eines der wichtigsten Modelle im Portfolio der Japaner. (Foto: Mitsubishi)
Ein Absatzplus von mehr als 40 Prozent verzeichnete Mitsubishi. Der Crossover ASX ist dabei eines der wichtigsten Modelle im Portfolio der Japaner. (Foto: Mitsubishi)

Mitsubishi: Die Japaner haben im vergangenen Jahr in Deutschland mit 34 443 Neuzulassungen ein Absatzplus von 42,7 Prozent gegenüber 2014 erzielt. Inklusive dem Pick-up L200, der in der KBA-Statistik nicht aufgeführt wird, kam die Marke auf mehr als 36 000 Neuzulassungen in Deutschland. Der Marktanteil stieg auf 1,1 Prozent.

Mazda: Im dritten Jahr in Folge konnte Mazda 2015 seine Absätze in Deutschland steigern. Mit 3587 Neuzulassungen im Dezember (+ 31,2 %) erreichte der japanische Autobauer im abgelaufenen Jahr 58 216 Neuzulassungen (+ 10,9 %). Seit 2012 hat der Importeur seine Neuzulassungen um 43 Prozent steigern können und erreichte einen Marktanteil von 1,82 Prozent.

SsangYong: Der koreanische Hersteller hat 2015 in Deutschland insgesamt 2570 Fahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 120 Prozent. Wachstumstreiber waren die Crossover-Modelle Korando sowie der neue Tivoli.

Hyundai: Die Koreaner blicken auf das erfolgreichste Jahr in Deutschland zurück. Sie verkauften 2015 insgesamt 108 434 Fahrzeuge und erreichten damit einen Marktanteil von 3,4 Prozent. Mit einem Wachstum von 8,6 Prozent verzeichnete Hyundai das größte Plus unter den zehn wichtigsten Automobilmarken in Deutschland.

Kia: Mit 55 689 verkauften Fahrzeugen erzielte Kia, die Tochter des koreanischen Hyundai-Konzerns, das beste Ergebnis seit dem Eintritt auf den deutschen Markt vor gut zwanzig Jahren. Gegenüber 2014 stieg die Zahl der Kia-Zulassungen um 4,0 Prozent. Damit konnte der Hersteller mit 1,74 Prozent seinen Marktanteil in Deutschland nahezu konstant halten.

Weltweit verzeichnete Kia 2015 eine leichte Steigerung auf über 2,9 Millionen Fahrzeuge. Suzuki: Mit einer Steigerungsrate von elf Prozent auf 30 903 Fahrzeuge wuchs der japanische Kleinwagen- und Allradspezialist in Deutschland deutlich stärker als der Gesamtmarkt (+ 5,6 %). Nahezu 40 Prozent der hierzulande zugelassenen Suzuki waren mit Allradantrieb ausgestattet. Meistverkauftes Modell ist der City-Flitzer Swift, der es auf mehr als ein Drittel aller Suzuki-Verkäufe bringt. Der Crossover Vitara (18,3 %) und der SX4 S-Cross (16,2 %) folgen.