“Kraxler” geht durch dick und dünn

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Die „Crossies“ sind auf dem Vormarsch – nicht nur in den Süßigkeiten-Regalen der Super- und Drogeriemärkte, sondern auch in den Ausstellungshallen der Autohändler.“ So formulierten wir vor gut einem Jahr die Vorstellung des Fiat Panda Cross, der sich jetzt in unserem Praxistest bewährte.

In den Siebzigern waren es GTI- und GTE-, später die Turbo- und S-Fahrzeuge, heute sind die Cross-Modelle „in“. Sie bieten mehr (Bewegungs-)Freiheit abseits des Asphalts.

Mit dem Cross ergänzten die Italiener ihre erfolgreiche Panda-Baureihe um ein Top-Modell. Der 3,70 Meter lange und je 1,66 Meter breite und hohe Mini-Kraxler mit erhöhter Bodenfreiheit, stabilem Unterfahrschutz und Anbauteilen wie im Geländewagen sorgt für frischen Wind im Kleinwagensegment. Mit dem permanenten Allradantrieb scheut der Panda keine Geländepassagen. Im Gegenteil. Er meistert sie vorbildlich. Selbst schwierigstes Terrain und Schneematsch-bedeckter Untergrund stellen für den „kleinen Bären“ keine Herausforderung dar.

Der crosse Abenteuer-Panda kommt im Vergleich zum Panda 4×4 mit Änderungen an Front und Heck daher, die nicht nur eine ansehnliche optische Funktion haben, sondern die Offroad-Funktionen verbessern. So betragen die Bodenfreiheit je nach Modell 158 beziehungsweise 161 Millimeter (plus neun Millimeter) und die Böschungswinkel 24 Grad vorne und 34 Grad hinten.

Der aus dem Panda 4×4 bekannte Allradantrieb mit Sperrdifferenzial wird beim Cross um das neue, elektronische Traktions-Regelsystem „Terrain Control“ ergänzt. Darüber kann der Fahrer per Schalter in der Mittelkonsole per einfachem Drehregler zwischen drei Fahrmodi wählen. Im – eigentlich schon ausreichenden – Auto-Modus regelt das System die Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Im Normalfall wird die Vorderachse zu 98 Prozent der Leistung angetrieben. Die Hinterachse wird dann zugeschaltet, sobald ein Vorderrad an Traktion verliert. Beim bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h aktiven Offroad-Modus sind Allradantrieb und Sperrdifferenzial permanent vorhanden. Schließlich gibt es die Bergabfahrhilfe, die den Fahrer bei steilen und schwierigen Abfahrten im Gelände – wie wir erfuhren – wirksam unterstützt.

Unser Panda Cross war mit dem 80 PS starken 1,3-Liter-Turbodiesel bestückt (daneben gibt es noch den 0,9-Liter-Zweizylinder-Benziner). Nach Werksangabe verbraucht er im Schnitt 4,7 Liter Sprit auf hundert Kilometern (CO2-Ausstoß 125 g/km). Wir benötigten unter Belastung des kleinen Kraxlers 6,7 Liter – für ein Auto dieser Größenordnung gerade noch akzeptabel, aber auch der Fünfgang-Schaltung geschuldet. Wir haben die sechste Schaltgasse – beim Benziner Serie – vermisst.

In 14,3 Sekunden sprintet der Diesel aus dem Stand auf Tempo 100, erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h und damit annehmbare Werte.

Seine wahren Qualitäten beweist der Panda Cross abseits befestigter Straßen. Es muss schon extremes Gelände sein, damit der kleine Fiat an seine Grenzen stößt. Ein ums andere Mal hat er uns positiv überrascht, wenn er sich mit stets kernigem, aber nicht aufdringlichem, Motorsound durch Dick und Dünn wühlte. Die markante Optik hält jedenfalls, was sie verspricht. Dass er von außen wie innen zudem durchaus „gagig“ gestaltet ist (trotz viel Hartplastik), seine Bedienung keinerlei Rätsel aufgibt, viel Raum und Kopffreiheit auf vier Plätzen und ein ordentliches Gepäckabteil bietet, macht ihn zudem symphatisch.

Mit einem Preis von 19 890 Euro ist der kleine Kerl kein Billigheimer. Für diesen Preis bietet er allerdings eine technische Ausstattung, die einem deutlich größeren und teureren Crossover schon sehr nahe kommt. Wir hatten an dem Kraxler jedenfalls unsere Freude.