Mazda-Flaggschiffe nah an Premium

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„Wir geben weiter kräftig Gas“, verspricht Josef A. Schmid, Geschäftsführer von Mazda in Deutschland, der versammelten Journaille bei der Vorstellung der neuen Modelle Nummer zwei und drei in diesem Jahr. „Premium“ ist das wahrscheinlich meist gesprochene Wort bei der Präsentation des SUVs Mazda CX-5 und der Mittelklasse-Limousine Mazda6.Beide Autos wurden nur zwei Wochen nach der Vorstellung des komplett neuen Mazda2 (wir berichteten) in gründlich überarbeiteten Facelift-Versionen mit vielen neuen Technologien präsentiert. Vor drei Jahren führten die Japaner ihr erstes SUV mit dem CX-5 auf dem Markt ein, ohne auf das Kundenpotenzial eines Vorgängermodells zurückgreifen zu können. Weltweit hat Mazda bisher über 850 000 des Crossover-SUVs verkauft, davon 150 000 Fahrzeuge in Europa und mehr als 43 000 in Deutschland. Hierzulande ist der CX-5 das meistverkaufte Mazda-Modell. Kein Wunder also, dass Schmid von einem „durchschlagenden Erfolgsmodell“ und von einem „attraktiven und begehrenswerten Fahrzeug“ spricht. „Weil wir auf die Menschen hören“, so Kenichiro Saruwatari, bei Mazda Europa zuständig für Forschung und Entwicklung, gönnte man dem CX-5 eine umfassende technische und optische Frischzellenkur.

Der Mazda CX-5 schreibt in Deutschland eine Erfolgsgeschichte. Der Crossover ist das meistverkaufte Modell der Japaner. (Foto: Dönges)
Der Mazda CX-5 schreibt in Deutschland eine Erfolgsgeschichte. Der Crossover ist das meistverkaufte Modell der Japaner. (Foto: Dönges)

Dazu gehören der neugestaltete Kühlergrill in Raubtieroptik und am Familiengesicht orientiert, LED-Leuchten und eine wesentlich verbesserte Dämpfung und Geräuschdämmung. Der Innenraum mit dem fahrerorientierten Cockpit wurde mit deutlich besseren Materialien aufgewertet. Unverhohlen sprechen die Mazda-Verantwortlichen denn auch von einem „großen Ziel in nicht allzu ferner Zukunft“: Mazda möchte schon bald als Premium-Hersteller wahrgenommen werden. Geschäftsführer Schmid: „Beim CX-5 sind 40 Prozent Mazda-Neukunden, viele fuhren bisher Premium-Fahrzeuge.“ Von außen gingen die Entwickler behutsam zur Sache, um die von Mazda kreierte und mit vielen Auszeichnungen dekorierte Kodo-Designsprache zu verfeinern. Die neue Front im Markengesicht, die Voll-LED-Scheinwerfer inklusive LED-Tagfahrlicht und LED-Nebelscheinwerfern (je nach Ausstattungslinie), die LED-Heckleuchten und die verkleinerten Außenspiegel (wegen der Geräuschdämmung), das war’s. Anders sieht das bei der Technik aus. Wer sich für die Kombination CX-5 mit Benzinmotor und Automatik entscheidet, kann erstmals mit einem Fahrmodusschalter die Getriebecharakteristik und Gaspedalansprache verändern.

Neu ist neben der elektrischen Feststellbremse auch die Top-Motorisierung. Bei ihr handelt es sich um ein 2,5-Liter-Triebwerk, das 192 PS leistet und der Skyactiv-Familie entstammt (auch dieses inzwischen sehr erfolgreiche Label feierte 2012 beim CX-5 seine Premiere).

Der Spritverbrauch nach EU-Testnorm liegt bei 7,2 Litern/100 km, was einem CO2-Ausstoß von 165 g/km entspricht. Unser Verbrauch lag allerdings bei ersten Testfahrten im bergigen Hinterland von Barcelona bei 11,3 Litern im Schnitt. Als weitere Motoren sind Benzinaggregate mit 160 PS (mit Allradantrieb) und 165 PS (Frontantrieb) erhältlich. Die Diesel leisten 150 PS (Allrad- oder Frontantrieb) sowie 175 PS (grundsätzlich Vierradantrieb).

Bei den Selbstzündern besteht die Wahl zwischen Sechsgang-Automatikgetriebe oder manueller Sechsgang-Schaltung. Je nach Ausstattungslinie feiern diverse Assistenzsysteme ihre CX-5-Premiere. Neben den LED-Scheinwerfern der automatische Fernlichtregulierer, der Spurhalteassistent, die Müdigkeitserkennung oder der City-Notbremsassistent mit Bremseingriff auch beim Rückwärtsfahren. Der CX-5 kostet mit dem 165-PS-Benziner ab 24 190 Euro in der Version Prime-Line und endet in der Sports-Line (dazwischen liegen Center-Line und Exclusiv-Line) mit Automatik-Getriebe bei 36 790 Euro. 16 500 CX-5 will Mazda in diesem Jahr in Deutschland noch absetzen.

Preislich über dem CX-5 angesiedelt ist das Flaggschiff der Mazda-Modellreihe, „die Speerspitze auf dem Weg zu einer hochwertigeren Markenpositionierung“, so Schmid. Den Mazda6 gibt es als viertürige Limousine und fünftürigen Kombi zu identischen Preisen in den Ausstattungslinien Prime-Line, Exclusiv-Line und Sports-Line ab 25 290 Euro (Prime-Line-Benziner mit 145 PS) bis 42 590 Euro (Sports-Line-Diesel mit 175 PS). Mehr als 7 400 Mazda6 wurden in Deutschland im zurückliegenden Jahr verkauft, 6 500 sollen noch in diesem Jahr vom neuen Modell hinzu kommen. Potenzial für eine Steigerung bei den Verkäufen sieht Schmid im Flottengeschäft, in dem Mazda nicht an vorderster Front agiert.

Rund 80 Prozent der Mazda6-Fahrer kommen aus dem privaten Bereich.

Der Mazda 6 bildet die Speerspitze des japanischen Autoherstellers. (Foto: Dönges).
Der Mazda 6 bildet die Speerspitze des japanischen Autoherstellers. (Foto: Dönges).

Der hübsch geschnittene Kombi und der coupéhafte Viertürer sind (noch) in der Nicht-Premium-Mittelklasse angesiedelt. Mit den Verbesserungen im Detail, den optischen Schärfungen und technischen Aufwertungen, mit dem nahezu komplett neuen und hochwertigen Innenraum auf Premium-Niveau sowie mit dem Allradantrieb und weiter verbesserten Assistenzsystemen soll der 6er, so Schmid, neue Kunden, auch von Premium-Marken, für Mazda gewinnen. Zu den optischen Neuerungen gehören der nun dreidimensionaler wirkende Kühlergrill und die ab der mittleren Ausstattungsstufe verbauten Voll-LED-Scheinwerfer inklusive LED-Fahrlicht und LED-Nebelscheinwerfer.

Technisch gibt’s den Diesel in der Kombi-Variante mit Allradantrieb, die Automatik-Benziner mit dem Fahrmodusschalter, mit dem sich eine sportlichere Gas- und Getriebe-Charakteristik anwählen lässt, und die serienmäßige elektrische Parkbremse. Die Sitze wurden verbessert, das Cockpit komplett überarbeitet und der Geräuschpegel deutlich gesenkt. Der Mazda6 ist in zwei Diesel-Motorisierungen mit 2,2 Litern Hubraum und 150 sowie 175 PS (104 bis 127 Gramm CO2-Ausstoß) und mit drei Benzinaggregaten (2,0 und 2,5 Liter Hubraum) mit 145, 175 und 192 PS erhältlich. Wie beim CX-5 erfüllen alle Motoren die Euro 6-Norm.