Flüsterdiesel für Insignia und Mokka

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Opel ist mit komplett neuen Automodellen und einer großen Zahl neuer und hocheffizienter Motoren deutlich im Aufwind. Im vergangenen Jahr wuchs der Absatz der Rüsselsheimer in Deutschland mit 5,6 Prozent stärker als der Markt. 2014 lag der Marktanteil damit bei 7,2 Prozent (219 000 Verkäufe).Und der Januar 2015 lief mit 9,3 Prozent Absatzwachstum (13 600 Verkäufe) noch einmal besser. Komplett neu auf dem Markt ist der Corsa, für den im Januar schon 120 000 Bestellungen vorlagen. Anfang März präsentieren die Rüsselsheimer beim Genfer Autosalon die OPC-Version des Corsa für die Rennstrecke und die Straße sowie den ab Herbst erhältlichen neuen Astra. Hinzu kommt der pfiffige Kleinwagen Karl, der ab Sommer für 9500 Euro unterhalb des erfolgreichen Adam zur Verfügung steht.

Offenbar fruchten die Bemühungen, mit neuen Produkten und neuen Werbeauftritten der Marke ein neues Gesicht zu geben. Vom vergangenen Jahr bis 2018 sollen insgesamt 27 neue Modelle und 17 Motoren die Aufwärtsbewegung anfeuern, zum Beispiel mit dem neuen Zwei-Liter-Diesel 2.0 TDCI im Opel Insignia und mit dem 1.6 TDCI im Kompakt-SUV Opel Mokka, die wir auf den engen Bergstraßen Irlands testeten. Der Insignia, seit 2008 bisher 750 000 Mal gebaut, erweist sich als erfolgreiche Diesel-Plattform. 85 Prozent des großen Opels rollen mit Selbstzündern über die Straßen.

Da versteht es sich gewissermaßen von selbst, dass der Insignia nun auch das erste Modell mit dem 16-Ventiler 2.0 TDCI sein wird. Der bringt mit 170 PS vier Prozent mehr Leistung und mit 400 Newtonmetern (Nm) 14 Prozent mehr maximales

Im Segment der oberen Mittelklasse gibt es kaum ein preiswerteres Auto. Mit dem komplett neuen Zwei-Liter- Diesel in Limousine und Sportstourer (unser Foto) wird das Opel-Flaggschiff noch einmal attraktiver. Im Kompakt-SUV Mokka spielt der Selbstzünder bisher eher eine bescheidene Rolle. Mit dem neuen Flüsterdiesel könnte sich das ändern. (Fotos: Dönges)
Im Segment der oberen Mittelklasse gibt es kaum ein preiswerteres Auto. Mit dem komplett neuen Zwei-Liter- Diesel in Limousine und Sportstourer (unser Foto) wird das Opel-Flaggschiff noch einmal attraktiver.
Im Kompakt-SUV Mokka spielt der Selbstzünder bisher eher eine bescheidene Rolle. Mit dem neuen Flüsterdiesel könnte sich das ändern. (Fotos: Dönges)

Drehmoment an die Räder und das bei einem Normverbrauch von 4,3 Litern auf 100 Kilometern, entsprechend 114 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. In neun Sekunden beschleunigt er den Insignia als Limousine oder Sportstourer (Kombi) von 0 auf 100 km/h. Aber es sind nicht die Werte auf dem Papier allein, die nach Lob verlangen. Dazu kommt das, was der Fahrer mit dem neuen Motor unterwegs erfährt.

Der neue Motor spricht so spontan auf das Gaspedal an, wie es nur wenige andere können. Dahinter steht ein elektronisch gesteuerter Aktuator, der den Turbolader mit variabler Geometrie (VTG) schon bei niedrigen Drehzahlen anschiebt. So steht das Drehmoment früher zur Verfügung. Ein weiterer starker Zug ist das Motorengeräusch. Wer im Fahrzeug sitzt, hat Mühe, die Frage, ob Diesel oder Benziner nach dem Klang zu beantworten, solange man den Motor nicht mit Vollgas reizt.

Der Selbstzünder arbeitet schwingungsarm, was sich positiv auf die Lautstärke auswirkt. In der Tat: Bei unseren Ausflügen über Land übertönte das Fahrbahn- und Abrollgeräusch der Reifen den Motor nahezu vollständig. Die Gesamtschwingungen des Motors sind nach den Berichten der Rüsselsheimer Techniker um 83 Prozent zurück gegangen. Das alles klingt so beeindruckend, dass Opel die neuen Motoren mit dem Kosenamen „Flüsterdiesel“ belegte. Das begann mit den 1,6 TDCI, der schon im Meriva und im Astra und nun auch im Mokka seinen Dienst tun soll. Er leistet 136 PS und bringt schon bei 2000 Umdrehungen pro Minute sein maximales Drehmoment von 320 Nm an die Räder.

Mit diesem Motor wartet der Mokka mit ansprechenden Daten auf. Er beschleunigt in 9,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und verbraucht im Schnitt 4,1 Liter Sprit auf 100 Kilometern. Mit 136 PS hat der neue CDTI mit einem kleineren Hubraum – 1,6 statt 1,7 Liter – sechs PS mehr als sein Vorgänger, bietet ein um 20 Nm höheres Drehmoment, verbraucht im Mittel 0,4 Liter weniger und emittiert nun 109 g/km CO2 statt 120 g/km. Der Mokka 1.6 CDTI in der zweithöchsten Ausstattungsstufe „Edition“ mit Frontantrieb und Sechs-Gang-Handschaltung kostet ab 24 685 Euro.

Beim seit dem Marktstart vor zwei Jahren 52 000 Mal hierzulande verkauften Kompakt-SUV liegt der Dieselanteil aber bei nur einem Drittel. Der 1.6 TDCI sollte mit seiner Kraftentfaltung, dem besseren Drehmomentverlauf und seiner geringen Geräuschentwicklung aber das Zeug dazu haben, ein paar Prozentpunkte gegenüber dem Insignia zuzulegen. Der kostet als Sportstourer mit Handschaltung in der Business-Edition ab 30 985 Euro, als viertürige Limousine ab 29 895 Euro.